HURGHADA-URLAUB vom 24. Nov. bis 23. Dez. 2015 – der
Nix-tu-Faulenzer-Trip!
Dienstag, 24. November 2015 – (Vor-)Anreise
Nach 7
Monaten Ägypten-Abstinenz steht wieder eine „Adventszeit-Reise“ nach Hurghada
ans Rote Meer an. Vormittags habe ich innerhalb 10 Minuten gepackt, das
Handgepäck wartet im Flur, und so bringt mich meine Nachbarin um 13.30 h zur Fernbus-Station. Wir haben
einige Minusgrade, deshalb bleiben wir eine Weile im Auto sitzen. Kurz danach
kommt der Fernbus aus Berlin zur Weiterfahrt nach Dortmund bzw. an meinen Zielort. Koffer in den
Gepäckraum, rein in den warmen Bus. Pünktlich verlassen wir meinen Wohnort …
das Wetter bessert sich in Richtung Süden, und so steigt meine Reiselaune
zusehends. Wir kommen etwas vor der Zeit am Bushaltepunkt an – ich steige aus.
In dem Moment fährt meine Schwester vor. Koffer & Co. verstaut, und ab geht
es ins Haus meiner Schwester. Inzwischen schnieselt es, und der Wind ist
unangenehm kalt.- - - Nach Ankunft ein kurzer Aufenthalt – dann geht es zu
meiner Nichte + Familie. Sie hat uns zum Abendessen eingeladen. Meine
Großnichten + Großneffe sind auch da. So gibt es erst mal viel zu erzählen. Ich
habe sie alle 4 Monate nicht gesehen. –
Abends sitzen wir bei einem ausgezeichneten Abendessen zusammen. Gegen 21.15 h
machen wir uns auf den Rückweg. Immer noch ist es kalt und trübe.
Mittwoch, 25. November 2015 (Anreise)
Heute habe
ich ausgeschlafen – um 09.30 h sitze ich mit Schwester an einem – wie immer –
liebevoll gedeckten Frühstückstisch,
komme mir vor wie im Hotel. Mit Zeitunglesen, einigen Whatsapp- und
Facebook-Chats per Mobil geht der Vormittag vorbei. Nach einem Mittagsimbiss
machen wir uns gegen 12.45 h auf den Weg zum Flughafen. Heute geht dort unser
Germania-Flieger ab. Entspannte Atmosphäre, halt wie sich Urlaub von Beginn
anfühlen sollte. Meine Schwester blieb, bis ich das Gepäck aufgegeben hatte –
dann, schwupps, weg war sie! Durch Facebook – und hier durch eine FB-Seite –
traf ich ein nettes Paar aus der Nähe, die ebenfalls 4 Wochen in ihrer Wohnung
in HRG bleiben wollten. Mal sehen, ob sie sich bei mir melden. Meine ägypt.
Mobilnummer haben sie …. Tjaaaa, Sicherheitskontrolle: Noch nie hat diese pro
Fluggast so lange gedauert. Ich wurde von einer jungen Mitarbeiterin von oben
bis unten – und auch in Körperregionen, die mir nie eingefallen wären –
abgetastet – Schuhe aus, andere mussten sogar ihre Socken ausziehen. Selbst in
Haaren und in Ohren wurde herumgetastet, um evtl. --- was? Sprengstoff o.ä.? zu
finden. Endlich waren wir am Abflugsteig … unsere Maschine kam 20 Min. zu spät
rein – also Reinigung, Essen + Getränke + Kerosin-Betankung - , so dass wir mit
gut 35minütiger Verspätung starteten. – Wie üblich war der Germania-Service
gut. Getränke, warmer Imbiss und einige Getränke-Durchgänge wurden angeboten.
Ein Film wurde gezeigt. Aktuelle Zeitungen + Magazine waren ebenfalls
erhältlich. Alles in allem ein angenehmer Flug in fast 11.500 m Reisehöhe,
einige Turbulenzen – dafür eine butterweiche Landung in HRG mit 10 Min.
Endverspätung. Der Ärger begann an den Gepäckbändern. Mit uns war eine SunExpress-Maschine
angekommen. Keinerlei Info an den vielen Kofferbändern, welches Band für unseren
Flug zuständig war. So standen Fluggäste beider Flüge an einem Band an…. Die
Gäste von SunExpress erhielten ihr Gepäck. Wir wurden nach 20 Minuten endlich
an ein anderes Band verwiesen. 3, 4, 5 Koffer landeten – dank des neuen
ausgeklügelten? Elektroniksystems auf dem Schrägband. Dann ein Stopp, da ein
Koffer oben hängen blieb. Das System stockte …. Nix lief mehr. Wir fragten
mehrere der in der Halle herumwuselnden Flughafen-Angestellten. Keiner schien für technische Ausfälle
zuständig. Nach unendlichen langen 50 Minuten bequemte sich ein Mitarbeiter,
den Koffer runterzuschubsen – und siehe da, plötzlich lief das Band… - Ich
hatte Glück, mein Gepäck kam schnell. Vorher hatte ich meiner Freundin SMS
geschickt, damit sie wusste, warum es so lange dauerte. Sie hatte ihren Mann um
Abholung gebeten. Vertraut – wie seit Jahren – stand er also am Eingang…. Er
sah mir an, wie erleichtert ich war. Dann Fahrt in einem neuen tollen SUV –
bequem und sicher landete ich kurz darauf in meiner Apartmentanlage. Meine
nette Gastgeberin konnten wir telefonisch – durch Defekt am Mobil – nicht
erreichen, doch sie wartete am Eingang. Sie und ein Mitarbeiter der Sicherheit
brachten mich ins Apartment. Kurze Einweisung – da ich hier schon gewohnt habe.
Koffer und Beigepäck ausgepackt - in
Schrank eingeräumt – abgeschminkt – Zähne und Zifferblatt, ähem Gesicht,
gewaschen und dann ab in die Falle. Schlecht geschlafen, weil mir ein Hund vor
dem Schlafzimmer und eine einzige Moskitofliege nächtens den Schlaf raubten! So
schlief ich bei Tageslicht ein . . . und wachte auf am
Donnerstag, 26. November 2015 – HRG
um 10.00
Uhr. Da ich mein ägyptisches Mobil + Internet noch nicht aufgeladen hatte,
schickte ich eine SMS an meine Freundin. So trafen wir uns gegen 11.45 Uhr vor
meiner Wohnung. Sie hat für eine Woche einen jungen Menschen aufgenommen, dessen
Mutter aus persönlichen Gründen kurzfristig nach Deutschland geflogen ist. Ich kenne den Teenager flüchtig von früheren
Besuchen. Er/Sie bleibt ca. eine Woche bei meiner Freundin. – Wir fuhren also
in die Sheraton Road, wo wir Etisalat Mobil + Internet aufladen ließen.
Inzwischen war Mittagszeit. Wir bekamen Appetit. So landeten wir im „La Luna“
am Bella Vista Hotel, wo wir drei dann zu Mittag aßen – mit wagenradgroßen
Margarita-Pizzen und einer vorzüglichen Tomatensuppe vorneweg. Danach konnte
ich meine Lebensmitteleinkäufe erledigen, in einem einheimischen kleinen
Supermarkt. Gern kaufe ich dort, weil ich so die heimischen Händler etwas
unterstützen kann. Ich brauche Metro, Spinneys oder Carrefour nicht.
Nachmittags
ging es zurück in die Wohnung meiner Freundin. Sie holte eine deutsche und eine
niederländische Bekannte ab. So saßen wir dann bei einem Weibsen-Kaffee
zusammen. Gesprächsstoff ging uns nicht aus. Gegen 17.30 h war ich zuhause –
auspacken – umziehen, und nun sitze ich am Netbook und klappere wie üblich
meine Tageserlebnisse runter.
Am Sonntag,
29.11., zum 60. Geburtstag meiner Freundin, sind wir zu einem aushäusigen
Frühstück und zu einem Abendessen in einem einheimischen Lokal eingeladen.
Darauf freue ich mich und werde sicher berichten.
Morgen ist
für mich „freudinnenfreier“ Tag – es ist islamischer Sonntag. Und da soll die
Familie mal ihre Ruhe vor mir haben.
Freitag, 27. November 2015 - HRG
Heute ist
Faulenzertag – ich habe bis kurz vor 11.00 h ! geschlafen…. Wieder raubte mir
ein Moskito nachts die Ruhe – und irgendwie muss sich das Waschmittel meiner
Bettwäsche nicht mit meiner …. zarten …. Haut vertragen. Sobald ich mich
hinlege, kratze ich mich stundenlang an Armen – Beinen und dem Rücken,
unangenehm und lästig. Jedenfalls schlief ich wieder erst gegen 05.00 h ein.
Nun ja, da ich heute nix vorhabe, ist das kein Problem. Zwischen Spätfrühstück
– Körperpflege – Lesen auf dem Balkon – ab und an TV-Nachrichten und
anfallsweisem Aufenthalt am Netbook dümpelt dieser sonnenreiche und warme
Freitag vor sich hin.
Mir tat
dieser eine Tag der „Voll-Faulenze“ ganz gut. Die Klimaveränderung von
Deutschland bei Minusgraden und Schnee ist doch recht heftig. So genoss ich
Frühstück lesend auf dem Balkon, informierte mich mittags via TV über die
Weltnachrichten und verbrachte den Nachmittag wieder mit Buch auf dem Balkon –
ab 13.30 h ist dort Schatten, also beste Zeit, den Urlaub derart zu beginnen.
Samstag, 28. November 2015 - HRG
Auch heute
Vormittag – wie gestern und vorgestern – bin ich nach 10.00 h aus dem Bett
gefallen… Ich wollte nachmittags auf den Floh- und Weihnachtsmarkt in Dahar im
deutschen Restaurant. Stattdessen ereilte mich – fast schon pünktlich wie bei
den letzten Ferien – am 3. Tag Pharaohs Rache in Reinkultur. Zum Glück hatte
ich noch Restbestände von Antinal – dazu meine übliche Elektrolytemischung aus
Tee – Salz und Zucker. So überstand ich den Tag und die Nacht halbwegs.
Sonntag, 29. November 2015 – Freundin-Geburtstag zum 60.
Um 10.00 h
trafen wir uns in einem Café, um dort in kleiner Runde ihren runden Geburtstag
mit einem Frühstück zu feiern. Ich wollte keine Spielverderberin sein …. Trotz
„leichter Unpässlichkeit“ stiefelte ich also pünktlich – mit weiteren 2
Antinal-Tabletten intus – ins Café. Kurz nach mir trudelte die kleine
Gesellschaft ein…. Mit Gitarren- und Fahnenbegleitung ließen wir uns im
Restaurant-Garten nieder. Fast 2 Stunden ließen wir es uns bei einem
ausgedehnten Frühstück gut gehen. Jetzt – um die Mittagszeit verabschiedeten
wir uns. Heute Abend steht noch eine Abendessen-Einladung an. Mal sehen, ob ich
das hinbekomme. Lege mich gleich hin, es rumort im Magen… Bis später – bin doch
zuhause geblieben, obwohl für den Abend eine Einladung zum Abendessen bestand.
Gegen Abend habe ich mir dann im ZDF „Adventliche Musik aus der Dresdner
Frauenkirche“ angesehen…. Irgendwann begannen bei mir die Tränen zu laufen.
Merke ich doch, wie sehr ich zur Advents- und Weihnachtszeit meine heimatliche
Umgebung schätze. Nichts gegen das schöne Wetter hier am Roten Meer. Advents-
oder Weihnachtsstimmung kommt bei mir definitiv nicht auf. – Das heißt für
mich, dass ich zu dieser Zeit zukünftig in Deutschland sein werde…
Montag, 30. November 2015 – HRG
Der heutige
Tag verlief wie der Sonntag – nichts-sagend, will heißen, dass ich auch heute noch meinen
leicht angeschlagenen Bauchraum pflegte…
Dienstag, 01. Dezember 2015
Seit heute
läuft nun der offizielle Count-down zum Heiligen Abend. Viele Kinder stehen
also allmorgendlich vor ihrem mehr oder minder inhaltsreichen Adventskalender
und öffnen ein Türchen – ich nicht! Ich hatte mit Freundin eine Verabredung zum
Einkaufen. Dies erledigten wir am späten Vormittag – und ich tauchte mit ihr
erstmalig (!) in den bekannten Soukh von Dahar ein. In letzter Zeit hat
sich – dank der regionalen Behörden- einiges getan: viele „wilde“
Verkaufsstände vor dem eigentlichen Marktgebäude wurden vollständig entfernt.
Alle Standhändler sollen zukünftig im Gebäude eine Art Parzelle nutzen. Das
klappt schon ganz gut, vieles läuft nun geordneter. Sie brachte mich zu den
Standhändlern, bei denen sie auch einkauft – welche Vielfalt – Farbenpracht.
Die meisten Händler stehen auf einem Kistenturm und haben ihr jeweiliges Obst-
und Gemüseangebot appetitlich von unten nach in Pyramidenform aufgebaut. Nie
sah ich vorher auf ausländischen Märkten 10 bis 20 Reihen Blumenkohlköpfe übereinander
geschichtet. So „arbeiteten“ wir von einem bestimmten Obststand hin zu einem
Gemüsehändler – Tomaten, Gurken, Auberginen, Süßkartoffeln, Kartoffeln –
duftende frische Pfefferminze – glatte Petersilie, abgepackt in kleinen
Sträußen, und viele andere Gemüse- und Kräutersorten warteten auf Käufer. Diese
Vielfalt erschlug mich schier. Mit schweren Tüten gingen wir schließlich zurück
zum Wagen – weiter zu „meinem „ einheimischen kleinen Supermarkt in der Nähe
der koptischen Kirche. Auch dort erledigten wir fix den Einkauf. –
Inzwischen
meldete sich unser Magen, also ab ins deutsche Restaurant. In den Wintermonaten
ist von 12.00 h bis 22.00 h – außer montags - geöffnet. Die Inhaberin werkelte
schon in der Küche. – Herzliche Begrüßung und Wiedersehensfreude. Wir haben uns
fast 7 Monate nicht gesehen. Ein kurzer Blick von uns zwei in die Speisekarte –
und schon bestellten wir jede unser Lieblingsgericht. Weitere Gäste kamen zum
Mittagessen. Wir am Stammtisch hatten eine Menge zu erzählen, ich von zuhause –
meine Gegenüber aus Hurghada. So blieben wir dann noch, um die gerade kreierten
Windbeutel mit Preiselbeeren mit Sahne zu probieren – himmlisch gut, leider für
mich jedoch reines Hüftgold! Über 3 Stunden hatten wir geklönt und geklatscht,
durch die Plastikwände um und über einer Tischreihe vor dem doch etwas rauhen
Wind gut geschützt. Später finde ich mein Konterfei in Facebook – bräsig auf
der Bank mit Kaffee und Windbeutel sitzend und einer launigen Unterschrift - platzfüllend ins Bild gesetzt dank meiner
1,60 m im Quadrat. – Den weiteren Nachmittag verbummelte ich zuhause. Draußen
war es recht kühl durch den Wind – Balkonzeit war das nicht.
Mittwoch, 02. Dezember 2015 - Hurghada
Heute ist
bei mir Ruhetag – Lesen, Reisenotizen schreiben, auf dem Balkon sitzen und die
Sonne genießen – und abends ein wenig TV schauen.
Naja,
nachmittags kam meine Freundin auf einen Kaffee …. und einige Kekschen….
vorbei. Sie hat zuhause mit ihrem derzeitigen Besuch großen Ärger; ich habe sie
ihren Frust erstmal loswerden lassen. Was ich da Unverschämtheiten ihr und
ihrer Familie gegenüber von diesem jungen Gast zu hören bekam, da blieb sogar
mir die Sprache weg…. Und das will sicher was heißen. Meine Empfehlung war, den
Besuch links liegen zu lassen, in der Hoffnung, dass spätestens ab morgen
Vormittag meine Freundin mit Familie diese 8 Tage schnellstens aus ihrem
Gedächtnis streicht. Ich kannte und kenne diesen Besuch seit knapp 4 Jahren,
zwar aus der Ferne – ich war entsetzt, wie sich ein junger Mensch so -
negativ - entwickeln kann. In Deutschland wäre er/sie zu 100% in einer
betreuten Wohngruppe für junge psychisch Auffällige gelandet. Was ich da letzte
Woche mitbekommen hatte, war einfach hanebüchenes Verhalten eines gerade
14jährign Teenagers…
Ende dieses
leidigen Themas, das meine Freundin und mich so manche Stunde unseres
Wiedersehens gekostet hat.
Donnerstag, 03. Dezember – HRG – El Gouna
Heute
Nachmittag wollen wir zwei nach El Gouna fahren. Ein gemeinsamer Bekannter und
sein Freund haben in Downtown ein neues Schweizer Restaurant – das „Swiss
House“ - „Chuchichäschtli“ – eröffnet. Jetzt in der Vorweihnachtszeit ist es
gänzlich auf Weihnacht geschmückt…. Ich werde berichten – die Empfehlung zum
Besuch kam von meiner Freundin aus Braunschweig.
Ich hatte
mich für 13.00 h pünktlich „landfein“ gemacht. 10 Minuten vorher rief meine
Freundin, wo ich bliebe, sie stand schon vor dem Haus. Also ich raus aus dem
Haus – rein ins Auto, und ab ging die Fahrt auf der Schnellstraße in Richtung
El Gouna. Wir hielten noch kurz auf dem Weg dorthin, da wir noch Sachen für
eine Bekannte abzugeben hatten – kurzer Plausch im Auto. Dann ging es weiter.
Wir zwei schnatterten los – und plötzlich war die 1. Einfahrt nach El Gouna
rein schon verpasst. Also zurück, marsch-marsch, und dann durch die allseits
bekannte Sicherheitskontrolle an den Einfahrtstraßen nach El Gouna. Vor uns
wurde ein einheimischer Pkw sogar veranlasst, den Kofferraum zu öffnen, und ein
Spürhund hing kopfüber im Kofferraum – ohne Befund. Wir wurden durchgewinkt, da
meine Freundin zweimal täglich hier rein- und rausfährt und das
Sicherheitspersonal seine Pappenheimer kennt.
So fuhren
wir durch El Gouna …. Sauber, alles grün bepflanzt, kleine Rasen-Palmenrondelle
an den Straßen, Brücken, die über einzelne Lagunenarme führen, Farben, die in
Hurghada so nicht täglich zu sehen sind. Hotels – Häuser – Schulen –
öffentliche Gebäude wie die Internat. Schule Hurghada, die Zweigstelle der AUC
– American University of Cairo – der Campus mit dem Berliner Ableger der TU
Berlin – die German Hotel School. El Gouna ist dem Dorfcharakter inzwischen
längst entwachsen. Genaue Zahlen weiß ich nicht, doch schätzungsweise um die
25.000 Bewohner hat diese künstliche – vom Gründer Samih Sawiris angelegte –
Lagunenstadt inzwischen. Wir stellen das Auto in Downtown am Bestway-Supermarkt
ab und liefen ein kleines Stück. Dort mieteten wir ein Tuk-Tuk, die aus Asien
bekannten Vehikel auf 3 Rädern, die den Fahrer und max. 3 Personen auf der
Rückbank transportieren dürfen. Seit einiger Zeit hat Orascom, die allgewaltige
Verwaltungs- und Eigentümergemeinschaft, neue Preise festgesetzt, die
Festpreise sind:
1 Person pro
Kurztour = LE 7,00
2 Personen
pro Kurztour = LE 15,00
1-Std.-Tour
durch El Gouna = LE 150,00
½-Std.-Tour
durch El Gouna = LE 75,00
Allgemein kann
gesagt werden, dass der übliche Preisindex – verglichen mit Hurghada – um ca.
30-40% höher sind. Es leben viele Europäer dort, davon vornehmlich
Deutschsprachige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz –.
Gegen 14.25
h kamen wir dem „Swiss House – Chuchichäschtli“ von Torsten und Ivan an. Die
Türen standen offen, ein junger Mann im roten T-Shirt informierte uns auf
Arabisch bzw. Englisch, dass erst um 15.00 h geöffnet würde und man auch
für einen Kaffee nicht vorbereitet sei. Diese Info kam bei meiner Freundin
nicht so gut an. Vor dem Restaurant steht eine hübsche Sitzgruppe. Wir
erwarteten, dass er uns bitten würde, dort die Öffnung abzuwarten. Doch meine
Freundin winkte ab, dass wir erst mal weitergehen wollten. Ich hinterließ auf
Englisch die Bitte, Torsten von mir zu grüßen, da ich ihn persönlich kenne und
wir später wiederkommen wollten. So stiefelten wir über eine kleine Lagunenbrücke am „Dawar El Omda Hotel“ vorbei
und landeten auf einem großen Platz im „Vienna Café“. Was für ein
Unterschied in der Begrüßung eines der Service-Mitarbeiter. Zwei nette Herren
rückten uns die Sessel vor dem Café zurecht. Uns wurden sofort die Speisekarten
gereicht, bzw. wir wurden nach unserem Getränkewunsch gefragt. – Wir bestellten
„Hawaii-Toast“ bzw. „Thunfisch-Sandwich“, jeweils mit Pommes frites. Beide
Snacks waren großzügig bemessen, die Fritten frisch und heiß serviert, alles
sehr appetitlich angerichtet. Wir bezahlten für Soda-Tonic und 1 Fl. Wasser mit
den o.a. Snacks um die LE 150,00. Das war angemessen für Standort und Qualität
der Gerichte – und eine mehr als herzlich-gastbezogene Bedienung, die wir gern
annahmen.
Gegen 15.45
h begaben wir uns nochmals ins „Swiss House – Chuchichäschtli“ – nun offen;
etliche Gäste saßen drin, und auch die beiden Inhaber Torsten und Ivan
begrüßten uns. Wir blieben im Innenraum, da es draußen etwas kühl war. – Zur
Einrichtung – dem Stil, also dem gesamten Ambiente: – Mit gutem Gewissen kann
ich sagen, dass alles sozusagen intim – nicht klein(lich) – liebevoll und
perfekt aufeinander abgestimmt ist. Jetzt zur Advents-/Vorweihnachtszeit
stimmen Adventsgestecke – weihnachtliche Wanddekos bzw. ein großer
Wand-Adventskranz sowie farblich passende Weihnachtskugeln auf diese besondere
Zeit ein. Wir setzten uns an einen Zweiertisch. Ahmed, einer der jungen
Servicekräfte, strahlte uns von Anfang an. Er brachte die Menükarte. Diese ist
ebenfalls sorgfältig erstellt, wiederum passig zum Stil des „Swiss House“. Eine
große Getränkeauswahl (kalt und warm) – Suppen – Appetitanreger – Hauptgerichte
– Desserts usw. sind klar getrennt aufgeführt. Täglich werden verschiedene
frisch gebackene Torten und Kuchenteilchen angeboten – heute u.a. frischer
Erdbeer- und Käsekuchen. – Die angebotenen Kaffeegetränke – so auch Kaffee und
Capuccino – sind erstklassig, die Tassen nicht riesengroß, jedoch macht die
ausgezeichnete Qualität das allemal wieder wett, und ein Kekschen wird dazu
gereicht. – Es herrschte eine angenehme Atmosphäre. Die Gästeklientel fiel mir
angenehm auf, was in Lokalitäten am Roten Meer nicht selbstverständlich ist.
Fazit – kurzum: von 100% Empfehlung kann ich 90-95% geben, mit gutem Gewissen.
Und: ich werde sicher wiederkommen. – Noch etwas Positives: Residenten aus El
Gouna bzw. Hurghada erhalten „Resident Discount“ von 10%. Lieber Torsten –
lieber Ivan – ich wünsche Eurem „Chuchichäschtli“ (Auf Deutsch ist es der
„Küchenschrank“) weiterhin alles Gute – und zahlreiche nette Gäste!
Um kurz nach
17.00 h fuhren wir dann in einen herrlichen Sonnenuntergang mit prallen Farben
hinter und über den Bergen auf der Landseite nach Hurghada zurück. Ein schöner,
langer Nachmittag ging zu Ende.
Freitag, 04. Dezember 2015 – Ruhetag – Hurghada
Heute ist
Freitag – Sonntag in Hurghada -, und meine Freundin und Familie haben frei, so
dass ich sie nicht stören will. Also genieße ich diesen Tag – Jetzt um kurz
nach 10.00 h strahlt die Sonne wie
alltäglich in Wohn- und Schlafzimmer. Den nächtlichen Kampf mit den 3-5
lästigen Mosiktos habe ich dank RAID for flying insects – eindeutig gewonnen.
Gestern Abend hatte ich einmal gründlich im Schlafzimmer gesprüht, bei
geschlossenem Fenster und geschlossener Tür. Später dann alles wieder geöffnet,
es duftet sogar angenehm….
Samstag, 05. Dezember 2015
Auch der
heutige Morgen ist sonnig und warm, ein wenig windig – trotzdem sind Fenster
und Balkontür Tag und Nacht offen. Vom frühen Morgen bis gegen 14.00 h habe ich
Sonne auf dem Balkon. So sitze ich zum Frühstück meist dort und schaue über
meinen Kaffee- oder Teepott aufs blaue Meer, das einige weiße Kronen wegen Wellengangs
zeigt.
Ob – was –
wann und wie ich nachmittags etwas unternehme, weiß ich noch nicht. Ich lese
mich durch den Tag. Zur Zeit ist es ein Buch von Sidney Sheldon, den ich als
Autor sehr gern mag.
Gestern
Abend habe ich fast geheult, als meine nette Nachbarin Sarah von zuhause – sie
wohnt über mich – zwei Whatsapp-Schnappschüsse meiner Nachbarn, einschließlich
unserer neuen Nachbarin, die gerade eingezogen ist. Auf den Bildern haben sich
alle vier bzw. fünf so eng zusammengesetzt, dass alle mit aufs Bild passten. Bis
auf meine Nachbarin, die direkt neben mir wohnt, wohnen meine anderen Nachbarn
alle in der 1. Etage. - S o o o o – das
reicht für jetzt und meinen „Notiz-Ausflug“ nach Hause.
Schauen wir,
was der Tag bringt – meine Freundin hier kommt evtl. auf einen Kaffee vorbei,
zu schwatzen gibt es immer etwas…Inzwischen habe ich die Balkontür geschlossen.
Draußen geht ein starker Wind, und die Sonne wird durch den herumwirbelnden
Wüstensand vertrieben. Der Himmel ist inzwischen auch nur noch blass-weißgrau…
Kühl ist es geworden. Mit dem Kaffeebesuch ist nix geworden… also bleiben
Bücher bzw. TV-Nachrichten. Gute Nacht!
Sonntag, 06. Dezember 2015 – Nikolaustag – Hurghada
Nachdem ich
2 Tage lang „Apartment-Urlaub“ gemacht habe und den Sidney-Sheldon-Wälzer von
500 Seiten durchgeschwartet habe, möchte ich mal wieder raus. Meine Freundin und
ich haben uns für den Nachmittag zum Kaffee verabredet – Abholung ja – Ort
bisher noch unklar. Also warte ich unten vor dem Haus – Frage meiner Freundin,
ob wir den Nikolaus-2.-Adventssonntag-Kaffee bei ihr zuhause mit Dresdner
Stollen feiern wollten. Na gerne doch! – Kurze Fahrt in ihre Wohnung – alles
wunderschön adventlich-weihnachtlich dekoriert. Ganz plötzlich habe ich die
bisher so vermissten Weihnachtsgefühle…. Den Tisch für uns zwei haben wir
weihnachtlich gedeckt. Kaffee – Stollen mit Sahne …. fast eine Stunde lang
können wir uns über Vieles austauschen. Hat mir gut getan. Fix noch Abwasch
erledigt, und am späten Nachmittag schauen wir uns auf meinen Wunsch in einigen
einheimischen Läden nach einer Jacke bzw. einem Pullover für mich um. Meine
Mehrfach-XL-Größe bietet Platz für Stoff und Strick – allerdings kann kein
Ladenangebot da Passendes anbieten…. allerdings ist mir vieles auch zu bunt…
Gegen 17.30 h bin ich zuhause. Ein Nachmittag, der meine Gefühls-Batterien
aufgefüllt hat.
Montag, 07. Dezember 2015 – Hurghada
Heute ist
bei mir „Apartment-Urlaub“ – heißt also, dass ich heute Balkon – Buch
und Sonne genieße – also: fast Nixtun, bis auf die Zeiten, wo ich mir etwas
Essbares zubereite….
Dienstag, 08. Dezember 2015 – Hurghada
Jetzt –
vormittags kurz nach 10.00 h – haben wir Sonne, doch es sind viele weiße Wolken
am Himmel – na, vielleicht gibt es in meinem Urlaub hier auch mal wieder Regen
… Kurz vor meiner Ankunft gab es in fast allen Teilen Ägypten Starkregen und
–wind. Ganze Städtteile in Alexandria am Mittelmeer, in Kairo und viele Dörfer
in vielen Governaten/ Regierungsbezirken meldeten schwere Schäden. In Alex
waren viele Straßen überspült, bzw. „abgesoffen“. Fehlende Ab- und
Entwässerungssysteme und viele betonierte Flächen lassen das Oberflächenwasser
nicht ablaufen, eines der Probleme, die in Ägypten, neben vielen anderen
infrastrukturellen, zu lösen sind.
Mittags
werde ich mal wieder aushäusig unterwegs sein – mein Internetstick bedarf der
Aufladung – in meinem Kühlschrank sind einige zu stopfende Lücken, und meine
Freundin möchte, dass ich ihr ein einfaches!!, funktionierendes Schreib- und
Tabellenprogramm auf ihren Laptop kopiere. Mal sehen, wie ich das mit meinem
laienhaften PC-Kenntnissen hinbekomme.
Es kam
anders – meine Freundin schaffte es wegen eigener Termine nicht, mich auf
Stadttour abzuholen. So gönnte ich mir zuerst im nahegelegenen Café ein kleines
Kaffeegedeck – später fuhr ich noch ins deutsche Restaurant …. Mein Appetit auf
etwas Handfestes meldete sich. Dies konnte ich mir dort erfüllen. Gegen Abend
kam meine Freundin doch noch, und wir saßen mit einer netten Gesprächsrunde.
Mein Einkauf bzw. die Kopie auf den Laptop meiner Freundin entfiel dadurch.
MORGEN ist auch noch ein Tag oder übermorgen. Wir werden sehen. Heute Abend
werde ich noch ein bissel lesen, später Nachrichten anschauen und morgen früh
wieder bis mindestens 09.30 h schlafen.
Mittwoch, 09. Dezember 2015 – Hurghada
Wieder gegen
09.30 h aus dem Bett gefallen – morgendliche Kurzkörperpflege, um wach zu
werden – Frühstück auf dem heute warmen Balkon und Seitenblick auf das Meer …
blau-türkis … kleine und große Boote auf dem Wasser …. Den Straßenverkehr von
der belebten Straße zwischen Dahar und Sekalla höre ich nur gedämpft, eher noch
manchmal junge Einheimische, die sich im Vorübergehen gestikulierend und
fröhlich unterhalten…
Mal sehen,
ob wir es heute schaffen, Einkauf –
Internetstick-Aufladung und Aufkopieren
der Software auf den Freundin-Laptop zu schaffen. Bis Mittag muss ich warten,
ob sie mich nachmittags abholen kann. – Solange ich Bücher und Balkon habe,
wird mir nicht langweilig.
Auch heute
wurde aus der geplanten Einkaufstour usw. nichts. –… Zum Glück bin ich mit
Lesestoff versorgt, das heutige Wetter ist auch nachmittags mit +22° C
passabel, obwohl die Sonne ab Mittag nicht auf den Balkon scheint….
Donnerstag, 10.12.2015 - Hurghada
Meine
Freundin hatte mich gestern informiert, dass wir uns gern zum Frühstück im
deutschen Café treffen könnten, gesagt – getan. Wir waren beide gegen 10.00 h
dort – bestellten uns 2 x Frühstück, das dort reichlich und gut sortiert auf
den Tisch kam. Hinterher fuhren wir zum heimischen Gemüsehändler – ERDBEEREN,
appetitlich und frisch angeboten – Mandarinen – Tomaten und viele Gemüse- und
Obstsorten im Angebot. Wir schlugen beide zu, natürlich auch bei den Erdbeeren,
ca. 750 g für LE 15,00, ungefähr Euro 1,80. Anschließend noch in „unseren“
kleinen Supermarkt in der Nähe. Und zu guter Letzt wartete mein I-Stick auf
Aufladung. Zum Glück gibt es jetzt auf der Nasr Street einen Etisalat-Laden. Es
klappte alles, und für knapp Euro 5,00 sind wieder über 3 GB-Internetnutzung möglich.
Anschließend
ging es mit den Einkäufen heim zur Freundin… dort kopierte ich – es lief
supergut und –schnell – das gesamte MS-Office-Professional 2007…., dies dank
einem hier verstorbenen Menschen, der mir das 2013 auf mein Handy bzw. ich
später auf Rechner + Laptop kopiert hatte.
Langsam
hatten wir Appetit – fix eine Tomaten-Mozzarella-Suppe zubereitet, dazu
Brötchen und zum Nachtisch frische Erdbeeren.
Gegen 16.00
h war ich zuhause…. Alles ausgepackt … draußen herrscht jetzt um 16.30 h eine
bezaubernde Vordämmerungs-Atmosphäre. Die Insel mir gegenüber liegt im letzten
Sonnenschein in Zartrosa-Orange da, das Wasser ist ruhig und schimmert in allen
erdenklichen blauen und tieftürkisfarbenen Farbtönen. Ein angenehmer
Augen-Blick im wörtlichen Sinne. – Morgen ist Ruhetag – am Samstagmittag ist
für uns zwei Damen ein Friseurbesuch angesagt. Dazu später mehr….
Freitag, 11. Dezember – Hurghada
Auf einer
Skala von 0 bis 100 steht heute eine 50 an…und dies zieht sich ganztags über
den Freitag. Habe vormittags auf dem Balkon mit Buch + 2 Moskitofliegen, die
mich wohl lieben. Sie folgen mir vom Balkon in die Wohnung und umgekehrt. Erst
nachdem ich kurz und gründlich mit einem Fliegenkiller gesprüht habe, ist Ruhe.
Jetzt kurz nach 16.00 h merkt man doch, dass es kühler wird, auch tagsüber, der
Wind ist stärker geworden, das Meer zeigt mal wieder weiße Schaumkronen…. Ein
heißer, frischer Kaffee und einige Kekschen helfen da allemal.
Samstag, 12. Dezember 2015 – Hurghada
Vormittags konnte ich mich in aller
Ruhe auf unseren fest gebuchten Friseurtermin im „Mosaic Beauty &
Wellness“- Center an der Mamsha vorbereiten. Mittags ging ich vors Haus. Meine
Freundin holte mich ab, und innerhalb von 15 Minuten waren wir am Ziel. Auto in
einer Seitenstraße geparkt – über die Straße – Treppe in den 1. Stock, und
schon empfing uns eine freundliche, ansprechende Atmosphäre. Die junge
Angestellte arbeitet seit einigen Jahren den Winter über hier im Laden. Da
meine Freundin einige Farbsträhnen – ich nur einen Haarschnitt benötigte,
begann unsere Friseurin bei meiner Freundin und nahm mich zwischendurch dran.
Wie erleichtert war ich, als ich feststellte, dass diese junge Belgierin mit
ausgezeichneter Schnitttechnik und guten Deutschkenntnissen aufwarten konnte.
Bei mir kam sie fix zum Ende, und so gestutzt kann ich dem Weihnachtsfest mit
kurzen Haaren entgegensehen. Gegen 14.00 h glänzten zwei farbenfrohe
Rotsträhnen im Haar meiner Freundin, und wir verließen beide zufrieden das Geschäft.
– Sie hatte einen Termines in El Gouna und setzte mich nur fix am Restaurant
ab. Mein Magen meldete sich – ich hatte seit dem frühen Morgen nichts gegessen.
So bestellte ich mir eines meiner Lieblingsgerichte, dem später frischer
Erdbeerkuchen mit Sahne folgte. Noch ein bisschen mit der Chefin erzählt, und
gegen 16.00 h war ich zuhause.
Jetzt – 1
Std. später – ist es dunkel. Die Lichterkette der Küstenstraße – die orange
leuchtenden Lampen der umliegenden Hotels – es sieht alles sehr hübsch aus,
doch ich merke immer mehr, wie sehr mir meine „deutsche Advents- und
Weihnachtszeit“ fehlt.
Sonntag, 13. Dezember 2015 – Hurghada
Ein Tag mit
„F“ = Faulenzer-Tag! Vormittags konnte ich auf dem Balkon sitzen – lesen und
aufs Meer schauen. Mittags zogen dunkle Wolken am Himmel auf, und es wurde
zusehends kühler. Also Balkontür zu – und ich bereitete mir einen heißen Tee
zu. Unter einer Decke verbrachte ich lesend den Nachmittag. Ab und zu ein Blick
nach draußen. Nein, es wurde nicht heller….Hoffentlich wird es morgen wieder
sonnig…
Montag, 14. Dezember 2015 – Hurghada – M7
Guten
Morgen, liebe Sonne – ja, heute ist es sonnig, nicht ganz so warum, knapp um
+20°C, mein Frühstück konnte ich jedoch auf dem Balkon genießen. Nachmittags
habe ich eine Kaffee-Einladung bei Bekannten in deren Haus. Sogar für Abholung
von Haus zu Haus ist gesorgt. Es wird sicher viel zu erzählen, dies und das
über die deutschen Residenten… ich höre es mir an – bei vielen Dingen kann ich
sowieso nichts beitragen, da ich Touristin bin und nicht dauerhaft hier wohne.
Der
Nachmittag bei meinen Bekannten verlief harmonisch und ging schnell vorbei ….
Deutsche Residenten, die länger hier am Roten Meer wohnen, haben ihre ganz
eigene Sichtweise auf die derzeitigen politischen und wirtschaftlichen
Entwicklungen „im Mutterland“ Deutschland.
Taxe hin und
zurück war recht bequem – heute Abend lande ich auf der Couch vor dem TV-Gerät.
Dienstag, 15. Dezember 2015
Um 10.00 h
traf ich drei Freundinnen im benachbarten Café zum l-a-n-g-e-n Frühstück. Fast
zwei Stunden hockten wir draußen auf der
schattigen Terrasse und genossen das Treffen nach so langer Zeit. Das
angenehme Ende war, dass wir alle eingeladen wurden. An dieser Stelle ein
Dankeschön dafür.
Die drei
fuhren dann in die entgegengesetzte Richtung – ich wollte am Automaten Geld
abheben. Habe da einen bestimmten Bankomaten, der zuverlässig funktioniert und
direkt neben einem Lokal liegt, das lange mein „Stammlokal“ war. Also rein ins
Taxi und ab nach Dahar. Den Kellner kenne ich seit fast 5 Jahren – er ist sehr
nett, doch mein Lieblingskellner hat – wie er mir sagte – zur Zeit Urlaub. Also
mit ihm kein Wiedersehen. Es wurde dann doch ein längerer Aufenthalt dort. Eine
Bekannte, die ganz in der Nähe wohnt, hatte einen gerade von mir geposteten
Facebook-Eintrag gelesen und kam auf ein Schwätzchen vorbei. Gegen 15.00 h
wurde sie von einer Freundin abgeholt, auch ich fuhr kurz danach nach Hause.
Jetzt genieße ich noch den Nachmittag. Es ist heute mild, windstill – also auch
eine wunderschöne Aussicht, selbst von hier am Esstisch durch die Balkontür –
aufs Meer und die davor gelagerte Insel….
Mittwoch, 16. Dezember 2015
Upps – das
war heute ein angefüllter, interessanter und voller Urlaubstag!
Morgens
kurzer Gang zum Bäcker – Brot, Brötchen und Kuchenteilchen gekauft – rein in
die Taxe und in 7 ½ Minuten Taxifahrt zu meiner Freundin, wo ich Punkt 09.00 h
zum Frühstück auf der Matte stand. – Wir haben den ganzen Tag miteinander
verbracht, zusammen erzählt – ein bisschen den Haushalt versorgt – Erdbeeren
für den Nachtisch geputzt – zu Mittag gegessen und weiter miteinander über Gott
und die Welt gesprochen. Bis kurz vor 16.00 h ging das. Zwischenzeitlich
erreichte mich eine Kurznotiz von Bekannten, mit denen ich vor 3 Wochen auf dem
Hinflug zusammen war. Wir trafen uns dann im deutschen Restaurant. Für die zwei
war es der erste Besuch dort. Da wir uns erst gegen 20.00 h nach Kaffee +
Abendessen verabschiedeten, zeigt es, dass sie sich dort wohl gefühlt haben. Am
späteren Nachmittag stieß noch ein befreundetes Ehepaar dazu – wir saßen alle
an einem Tisch. So viel, wie wir gelacht haben, reichte das wirklich für den
schönen Abschluss dieses Tages. Es ist jetzt kurz nach 20.00 h, und ich werde
an diesen Tag gern zurückdenken.
Donnerstag, 17. Dezember 2015
Die Sonne
holte mich aus der Horizontalen…. Frühstück zubereitet – Katzenwäsche – und
raus au den Balkon. Klarer, blauer Himmel, kein Dunst – Sonne satt. So verlese -
frühstücke ich die erste Zeit des Vormittags. Anruf meiner Freundin – nein, ein
Muss zum Einkauf besteht nun doch nicht. So können wir zwei anderweitig über
den Tag verfügen.
Freitag, 18. Dezember 2015 - Hurghada
Nach einer
gestrigen langen TV-Nacht wunderte es mich, dass ich doch noch vor 09.00 h aus
der Horizontalen gut in die aufrechte Stehposition kam! Wieder ist es heute
angenehm – sonnig, fast windstill, das Meer vor mir Türkis in allen
Schattierungen. Zum und nach dem Frühstück sitze ich auf dem Balkon, lese oder
hocke, wie jetzt kurz, vor dem Netbook. Was der heutige Tag bringt, wir werden
sehen… er ging wiederum mit einem
superkitschigen Sonnenuntergang zu Ende.
Samstag, 19. Dezember 2015 – Hurghada
In den
bisherigen 3 ½ Urlaubswochen bin ich jeden Tag etwas früher aufgestanden. Ich
denke, meine Schlafsynapsen im Gehirn sind jetzt zu 1.000% aufgefüllt… Heute
werde ich sicher ab dem frühen Nachmittag mal wieder rausgehen. Mal schauen,
worauf ich Lust habe. Also lasse ich dem Tag einfach seinen Lauf. – Da mein
Kühlschrank inzwischen nur noch Magerkost anbietet, entschloss ich mich, am
frühen Nachmittag doch in einem Lokal einen Mittagsimbiss einzunehmen. Also
aufgebretzelt –ab ins Taxi – rein ins Straßenlokal. Heute war es warm, so dass
ich mir ein schattiges Plätzchen suchte. Danach Frage für mich: Gleich nach
Hause oder doch noch auf einen Kaffee und einen schleckerlichen Erdbeerkuchen
ein Abstecher ins deutsche Restaurant. Meine Futtersucht siegte…als ich dort
ankam, saßen die Chefin und zwei mir bekannte Damen am Stammtisch…. und
spielten voller Begeisterung „Mensch ärgere Dich nicht“…Gern schloss ich mich
an, so dass wir mit Unterbrechung über 2 Stunden dieses mir so vertraute Spiel
spielten. Es machte nicht nur Spaß; es erinnerte mich an Zeiten in meiner
Kindheit, als wir das mit den Eltern oder mit Freunden gespielt hatten. – Auch
o.a. K+K = Kaffee + Kuchen fand Zeit und Raum… später konnte ich mich nicht vor
einer Riesen-Currywurst mit von der Chefin selbstgemachter Currysauce drücken.
Das gab mir nun – zusammen mit einem superleckeren Gurkensalat mit frischem
Dill – den Rest. Ich hätte mich nach Hause trullern lassen können, zog jedoch
ein Taxi vor.
Alles in
allem war es ein schöner langer Nachmittag. Nun lege ich die Beine hoch –
Faulheit siegt. Bis morgen!
Sonntag, 20. Dezember 2015
Heute ab
09.30 h haben meine Freundin und ich in einem benachbarten Café ganz in Ruhe
unser 4.-Adventssonntag-Frühstück eingenommen. Danach sind wir eine ganze Weile
durch Hurghada gefahren, um ein Laden für Schals zu finden. Die bekannten sind
um 11.00 h noch geschlossen. Endlich erbarmt sich in einem kleinen
Souvenirladen ein Mann, seinen Kompagnon anzurufen…. Kurz sitzen wir in der
Sonne und warten auf ihn. Dann können wir im Laden eine Vielzahl von ein- und
mehrfarbigen Schals und Tücher aus ägyptischer Baumwolle anschauen. Meine Wahl
fällt auf Schwarz, Terrakotta, Türkis und Dunkelblau. – Meine Freundin mit sehr
guten Arabischkenntnissen versucht zu handeln … mit nur etwas Erfolg. Diese
Schals sind qualitativ hochwertig; deshalb akzeptiere ich letztlich den
angemessenen Gesamtpreis.
Danach
fahren zur Wohnung meiner Freundin. Wir verbringen einen entspannten Sonntag
bei ihr zuhause. Bis zum Abend bleibe ich dort. Tja, nun sind es noch 2 Tage,
dann heißt es, Dienstagabend den Koffer zu packen und für Mittwochmorgen alles
für die Fahrt zum Flughafen vorzubereiten. Noch 2 Tage …
Montag, 21. Dezember 2015
Habe
festgestellt, dass ich – je näher mein Abflug naht – morgens immer früher wach
werde und aufstehe…. auch heute. Vormittags habe ich auf Balkonien verbracht,
wie viele 100 Buchseiten ich in den letzten knapp 4 Wochen „geschwartet“ habe,
weiß ich nicht. Jedoch habe ich keine Langeweile gehabt, ab und zu ein kleiner
Durchhänger – von wegen des Nichtvorhandenseins jeglicher Advents-, geschweige
Weihnachtsstimmung -.
Kurzfristig
kam eine sehr gute Freundin zu einer kurzen „Balkon-Kaffeerunde“. Sie brachte
Kuchenteilchen mit. So hatten wir Gelegenheit, ganz in Ruhe und in der Sonne,
uns zu unterhalten. Ich habe das sehr genossen. Morgen ist nachmittags noch eine kleine „Abschieds-Tournee“ geplant.
Zu lange wird das nicht wohl nicht werden. Abends noch Kofferpacken & Co.
Dienstag, 22. Dezember 2015
Letzter
Urlaubstag in Hurghada – jetzt am Morgen um kurz nach 10.00 h ist es dunstig –
eine leichte Wolkendecke hindert die Sonne manchmal daran, ihr Werk zu tun ….
Nachmittags werde ich zu einer kurzen Kaffee-Abschiedsrunde ins deutsche
Restaurant fahren, um mich dort zu verabschieden – versprochen ist versprochen!
Bis zum
Mittag hat sich das Wetter doch noch gebessert – die Wolken sind weg, die Sonne
scheint. Gegen 13.15 h gehe raus, stelle mich in Fahrtrichtung, um ein Taxi zum
deutschen Restaurant zu nehmen – da kommt mir ein SUV aus der richtigen
Richtung entgegen …. Und stoppt! Was für ein Zufall – meine Freundin hatte
einen Termin in Sekalla und war auf dem Weg nach Hause. Da sie noch Brot aus
der deutschen Bäckerei brauchte, fuhren wir fix dorthin. Naaaja, wir sind dann
halt noch auf einen Kaffee-Imbiss hängengeblieben.
Anschließend
setzte sie mich am deutschen Restaurant ab. Dort wartete bereits „ein Viertel“
unserer „Mensch-ärgere-dich-nicht-Runde“ auf mich. Ich war das nächste Viertel,
dann kam die Chefin als „drei-Viertel“ dazu, und zu guter Letzt kam auch
„Viertel Nr. 4“ an. So spielten wir einige Runden dieses Gesellschaftsspiels,
das mir so viele Erinnerungen an meine Kindheit zurück brachte. Es hat so viel
Spaß gemacht …. Zusammen mit gutem Kaffee und frisch gebackenem Pflaumenkuchen
mit Sahne war es der richtige Weg, um mich zu verabschieden. Gegen 17.00 h fuhr
ich in mein Apartment zurück. Gleich werde ich den Koffer packen.
Morgen …
Mittwoch, 23. Dezember 2015 – Hurghada – Rückflug nach Deutschland
Um 07.15 h
gebe ich den Schlüssel an meine Vermieterin zurück – 07.30 h holt mich meine
Freundin ab – und dann geht es ab in den Terminal 1 des Flughafens.
Wenn wir
pünktlich starten, wird uns der Germania-Flieger in Richtung Deutschland – und
Weihnachten bringen… Dazu dann mehr.
Alles
klappte zeitgerecht – Sicherheitskontrolle war mehr als gründlich – schon um
08.30 h saß ich am Gate 34 und wartete auf meinen Flugaufruf. Der A319 kam von
Münster, war pünktlich und so konnten wir zeitgerecht einsteigen. Von 150
Sitzen waren 3 8 belegt! Ich saß wie fast üblich auf 3C …. vor
und hinter mir pro Reihe 1-2 Fluggäste. Die Zeit verging - mir - wie im Flug.
Ich saß vorn und war in den ersten 3 Reihen die einzige Passagierin. Der
Flugbegleiter hatte sogar Zeit, sich während der Flugzeit fast eine halbe
Stunde mit mir zu unterhalten. Er ist sonst bei Germania als Chef des
Kabinenpersonals für die neu angebotene Flugroute zwischen Deutschland und
Teheran tätig. Da er iranischer Herkunft ist, passt das natürlich bestens ....
so ist er - lt. seiner Aussage - durchschnittlich 20 Tage pro Monat in Teheran.
Es war sehr interessant, seinen Ausführungen zuzuhören. Falls ich mal auf die
Idee käme, dorthin zu fliegen.... wäre mir mit Tipps und Ratschlägen gern
behilflich. - Wir kam überpünktlich am Zielflughafen an... Die Gepäckausgabe
dauerte etwas, und als ich ins Ankunftsgebäude kam, kam mir meine Schwester
bereits entgegen. Es passte also alles bestens.
Die
Weihnachtstage verbrachte ich - nun in weihnachtlicher Umgebung und Stimmung -
bei meiner Familie. Das tat mir nach meinen Durchhängern in Ägypten einfach nur
gut. Am 2. Weihnachtstag fuhr ich mit dem Bus nach Hause, bei mildem
Dezember-Wetter mit Sonne, Wind, zuerst blauem, später mit etwas gräu(s)lichem
Himmel.
Alles in
allem war es eine schöne Zeit. Trotzdem bin ich froh, wieder meine tägliche
vertraute Umgebung und meine Nachbarschaft um mich zu haben.
Ich genieße
die Zeit zwischen den Jahren und wünsche meinen Leser/innen ein gesundes und
erfolgreiches neues Jahr.