Mittwoch, 1. Oktober 2014

Reisenotizen vom 25.08. bis 16.09.2014 ►



Montag, 25.08.2014

Koffer steht fertig gepackt im Flur bereit – es ist 05.10 h, der Wecker hat mich erbarmungslos aus einem unruhigen Schlaf geholt. Morgenimbiss steht bereit. Danach der Versuch, mich aus dem Zustand einer verschlafenen Rentnerin halbwegs in eine reisefertige Touristin zu verwandeln … Zeit vergeht fix. Letzter Blick durch die Wohnung, nix vergessen, raus aus der Tür – rein ins Taxi.
Pünktlich erreiche ich den Zug in Richtung  Braunschweig – Berlin. Umstieg in  Braunschweig, mit ICE bis Berlin-Ostbahnhof, wieder Aufenthalt, weiter bis zum Flug Berlin-Schönefeld. Viiiiel Zeit habe ich noch. Orientierung, wo Abflug. – Im Anbau D werden Condor-Flüge abgefertigt. Es ist etwa 11.00 h, als ich mich vor dem Flugschalter D40 aufbaue. Vor mir stehen 4 Fluggäste mit Riesengepäck. Die zwei Männer sind Tauchgefährten, daher das Zusatzgepäck. Mutter, Vater + Tochter und der junge Tauchfreund. Wir kommen ins Gespräch und bleiben bis zur Ankunft in Hurghada zusammen. – Nach dem Einchecken setzen wir uns in ein Café¸ ein guter Kaffee kommt gerade recht. Viele Fragen von den vieren kann ich beantworten… es wird nicht langweilig.

Am Gate 11 angekommen, heißt es …. warten! Mit Verspätung gehen wir – zu Fuß – an Bord unseres AirBus A 321-200. Mein Platz – wie üblich – ist 3D, meine Tauchfreunde sind in Reihe 7 plaziert.  Wieder – abwarten! Der Captain persönlich greift nach etlichen Minuten zum Mikro, teilt mit, dass „das Förderband für unsere Koffer ins Flugzeug gerissen sei“, naja…! Nach längerem seine  2. Ansage, dass die „Mitarbeiter des Flugplatzes Schichtwechsel hatten und die restlichen Koffer“ einfach auf den Koffer auf den Ladewagen liegen lassen. Wooow, welch erhellende Info! 

Mit 45 Min. Verspätung hob dann die Maschine ab, vollbesetzt… Auf dem Flug diesmal wenige Infos vom Captain oder vom Co. Dafür erreichten wir Hurghada mit nur 10 Min. Verspätung. Einreisekarte – Pass – 20 Euro für Visum am Schalter abgegeben, Visum – und ab zur Kofferausgabe. Mehrere deutsche Flüge und aus anderem osteuropäischen Ländern auf 2 Bändern, von denen eins defekt war. Mein Koffer war schnell entdeckt, und am Band sehe ich eine Dame neben mir, die ich zuletzt vor einem Jahr hier sah. Sie hatte mich damals aus einem Forum als Admini gelöscht und blockiert. – Doch inzwischen habe ich viele Infos erhalten. Mir war es zu albern, ihr noch etwas nachzutragen. Ich sprach sie mit Vornamen in Sie-Form an. Sie konnte mich wohl nicht einordnen. Nun nannte ich ihren und meinen Nachnamen, sie wusste, wer ich war. Irgendetwas brachte mich dazu, ihr einfach anzubieten, nochmals ganz neu anzufangen, jenseits von allem, was im letzten Jahr gewesen war. Sie lachte, das Eis war gebrochen. Sie wollte mich im Forum „entblocken“. Mal schauen, wenn ich online bin, ob sie es gemacht hat. Kurzer Abschied, nichts wie raus aus dem Gebäude. Draußen stand meine Freundin, ich war so froh, sie zu sehen.

Viel gab es auf dem Weg in ihr Haus zu erzählen. Wir hatten uns 3,5 Monate nicht gesehen. Nach 20.00 h Ankunft zuhause, schnell ein Getränk her – und dann schnatterten wir bis Mitternacht. Todmüde fiel ich dann ins Bett, durch die Hitze schlief ich – trotz Klimaanlage – erst  gegen Morgen ein.

Dienstag, 26. August 2014

Mein Faulenzer-Dasein nimmt weiter seinen Lauf – nach Dusche runter zu meiner Hundefreundin…. und stürmische Begrüßung durch 8 Haushunde und einen bildschönen Gast-Hund. Der Vormittag verging mit Small-talk mit meiner Gastgeberin und Tochter und deren jungem Welpen. Zwischendurch kümmert sich meine Freundin um ihre Tiere, füttert, gibt Wasser, entfernt Zecken, kurz: sie tut alles, damit es ihrer Hundegang mehr als gut geht!

Mich freut’s, dass mein Urlaub wirklich mit viel Nixtun begonnen hat – abgesehen davon,  dass ich bei dieser Hitze sowieso kaum zu aktivem Tun fähig wäre. So bekomme ich viel  vom alltäglichen Tun mit, was ein Leben mit Hunden in Haus und Garten so mit sich bringt.  Ich bewundere meine Freundin, die ihren Alltag und ihr Leben komplett auf den Tierschutz und Tierrettung hier in Hurghada eingestellt hat. – Mal schauen, was die nächsten 2 Tage hier noch geschieht. – Alle Tiere, die mir durch Facebook und das Forum dort bekannt und vertraut sind, bekomme ich live mit. Es wuselt, wimmelt immer irgendwo im Hause. „Portionsweise“ werden die Hunde in den Garten dirigiert – alle Rassen, Welpen und Junghunde…. eine/r immer putziger als der/die andere!

Jetzt gegen Abend – nach herrlichem Sonnenuntergang bei noch immer hohen Wärmegraden – bin ich kurz draußen mit der Hundegang im Garten. Die fühlen sich pudelwohl, können Löcher graben, herumjagen – kurz: ein wahres Hundeleben!

Morgen wollen wir abends mal raus und zur Mamsha in eines der vielen Restaurants, vielleicht mal auf eine Pasta und ein Bier! Wir werden sehen, ich bin heute faul gewesen! – So geht der Tag zu Ende,  ich bin geschafft, obwohl ich nichts Produktives vollbracht habe. Gute Nacht!

Mittwoch, 27. August 2014

2. Tag in der „Villa Mama – Hilfe für 4 Pfoten“. Wieder eine überaus freundlich-schwanzwedelnde Morgenbegrüßung durch Lotta, Schröderchen, Maja,  Noubi, Hope, Loui, Uschi und Dreibeinlein Feivel. – Heute habe ich wirklich mitbekommen, was meine Freundin hier so für die Hunde tagein, tagaus leistet. Ich hocke fast den ganzen Tag hier in der großen klimatisierten Halle, bekomme wenig von der Tageshitze mit. Die Hunde liegen ebenfalls stundenweise einfach nur auf dem Marmorboden und dösen vor sich hin, unterbrochen von Futterpausen, Medikamentengaben …. und vielfachen Streicheleinheiten. Da der große Garten von den Hunden als Spielplatz und beliebter Ort für Buddelei besetzt wird, ist tägliches Reinigen im gesamten Gartenareal + Wässern der Rasenflächen, Büsche und Bäume angesagt. Während ich frühmorgens – um 04.00 h / 05.00 h – noch den Schlaf der Gerechten schlafe, geht unsere Mama unserer 8 Rabauken in den Garten, sammelt mehrfach täglich Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ein und reinigt Haus und Garten. Alle ihre Vierbeiner gehorchen aufs Wort, bis auf die Kleinste, Lotta, Liebling von Mama und allen Besuchern, die ins Haus kommen, einfach¸ weil sie auch als „Nesthäkchen“ in der Villa so knuddlig anzuschauen ist. 

Die Vermittlung der Pflege-Tiere, die größtenteils ausgesetzt, manche angefahren wurden¸ teilweise in Müll-Containern „entsorgt“ wurden¸ ist langwierig und unterliegt strengsten gesetzlichen Auflagen und bringt meist beträchtliche Kosten mit sich – bestes Trockenfutter, Vitamin-Beigaben und Zusatz- oder  Welpennahrung – Kosten beim Tierarzt wegen Blutentnahmen, Untersuchungen, Impfungen, Chipsimplantation, Titerbestimmungen in Deutschland - und – und – und: ICH wäre dazu nicht fähig. Umso mehr bewundere ich meine Freundin und Tierschützerin. Alle Fellnasen und  Notfälle finden hier ein liebevolles Zuhause auf Zeit – manche sogar auf Dauer.

Abends machten wir uns dann – nachdem alle lieben Tierchen versorgt waren – auf, um mal in Richtung Mamsha zu fahren. Wir landeten im „MeshMesha“ an der Esplanada Mall. Ein hübsches Restaurant an der Straße – die Bedienung war freundlich, das Essen halt auf Touristen ausgerichtet, doch genießbar. Auf nichts hatte ich mich so gefreut wie auf Thunfisch-Salat und ein frisches Sakkara-Bier dazu! Nach dem Essen schauten wir 2 Stunden lang dem quirligen Treiben links und rechts auf der Straße zu …. Es machte Spaß, den Einheimischen und Touristen zuzuschauen. Zum Glück kommen wieder mehr Touristen… doch lange nicht genug, um die Tourismus-Industrie in Ägypten wieder zu einem notwendigen Devisenbringer zu machen. 

Gegen 21.00 Uhr war Heimfahrt in Richtung Magawish angesagt. Der Taxler fuhr nicht direkt, sondern „um den Pudding“, was meine Freundin mit einem geringeren Trinkgeld „belohnte“. Sie lebt lange in Hurghada und kennt die An- und Abfahrtswege sehr gut…

Zuhause wieder war eine stürmische Begrüßung durch die Hundebande angesagt = 9 kleine und große Vierbeiner wuselten um uns herum, herrlich! Wir schnatterten noch eine Weile, doch es wurde nicht zu spät,  meine Gastgeberin ist wegen der Tiere allmorgendlich zwischen 04.00 h und 05.00 h auf und kümmert sich um ihre Hundebande.

Donnerstag, 28. August 2014

Heute nun geht mein „Gastspiel“ bei meiner Freundin zu Ende: ab heute ist Umzug in mein zeitweises Zuhause in ein Apartment nahe dem Beirut-Hotel angesagt. Schon die  Bilder im Internet gefielen mir, genau wie die klare Info, die ich von der netten polnischen Vermieterin erhielt. Vormittags bekam meine Freundin noch Besuch. So hatten wir 3 Frauen viel Gelegenheit, über die Probleme der Tierhaltung bzw. der (Not-)-Aufnahme von verwahrlosten, halbtot geschlagenen und z.B. in Mülltüten „entsorgten“ Tierkindern zu sprechen. Unglaublich – unmenschlich, kurz: unfassbar, was ich da so hören musste. Auch unsere Besucherin war sofort Mittelpunkt der ganzen Rasselbande. ­Tiere haben eine ziemlich untrügliche „Nase“ für Menschen, und wir bekamen sofort mit, wie tierlieb und den Hunden zugewandt unser Vormittagsbesuch war. Gegen Mittag verschwand ich zum Packen ins Gästezimmer- und dann ging es zurück nach Hurghada-Stadt zu meinem End-Domizil für diesen Urlaub. - - - An dieser Stelle endet mein Bericht in der „Villa Mama“. ­

Am frühen Nachmittag ging es mit meinem Gepäck dann in Richtung Arabia-Dahar. Die Unterkunft liegt in einem großen Gebäudekomplex nahe dem Beirut-Hotel. Per SMS hatte ich meiner Vermieterin unseren  Treffpunkt in einem Café genannt. Wir zwei nutzten die Gelegenheit zu einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause. Kurz darauf trudelte meine nette Apartment-Vermieterin ein. Abschied von meiner Freundin, Koffer und Gepäck geschnappt und ab ins Apartment. – Es war so, wie ich es auf der Webseite gesehen hatte, ein sehr komfortables und – vor allem – sehr sauberes Ambiente mit allen Annehmlichkeiten, die ich von zuhause kenne. Kurze Einweisung in die „Technik“ der Wohnung. Danach fix die finanziellen Dinge erledigt, und nun konnte ich ans Kofferauspacken gehen. – Nach Abenddusche ab ins Taxi und in mein altes Stammlokal. Ich mal wieder „von hinten ran“ – neeeeeheee, nicht das! -, sondern Begrüßung meines Lieblingskellners, der mich nach Umarmung gar nicht mehr loslassen wollte. Ich habe mich sehr gefreut, ihn so oft während der letzten 3 Jahre wiederzusehen. 

Auch hier wieder mein „Stamm-Abendimbiss“, jaahaaa, Thunfisch fand wieder den Weg zu mir… Diesmal blieb ich nicht allzu lange. Zuhause erhielt ich Info, dass meine Freundin am nächsten Vormittag zu mir ins Apartment kommen wollte. Also ab ins Bettchen und auf Schnarchdienst geschaltet…. Gute Nacht!

Freitag, 29. August 2014

Irgendwie musste ich mich erst wieder umgewöhnen, andere Unterkunft – andere Geräusche in diesem großen Apartmenthaus – mit zur Zeit vielen Familien mit noch mehr Kindern. Ferien sind noch bis 20. September…. Das wird noch einige Unruhe geben. Den hauseigenen Swimmingpool, die Liegen oder Sitzgelegenheiten sind für Europäer nicht nutzbar, da sie ab dem frühen Morgen von Großfamilien „heimgesucht“ werden…

Meine Freundin kam pünktlich – auf die Minute – um 11.00 Uhr. Ich wusste nicht, dass es im Haus zwei Apartments mit gleicher Apt.-Nummer gibt… nun wusste sie jedenfalls, wie sie mich findet. Herzliche Begrüßung nach 3 ½ Monaten – ein bisschen Smalltalk, dann rein erst in die herrschende Gluthitze … und in ein Auto, auf dessen Dach oder Motorhaube man hätte Eier braten können. Wir dampften beide, als wir nach kurzer Fahrt zuerst in der Apotheke und etwas weiter im einheimischen El-Zanosi-Supermärktlein landeten. Hier kaufen Einheimische – und meine Freundin und ich – sehr gern ein. Wir bekommen bis auf Obst und Gemüse – dort alles Notwendige. So unterstütze ich die Einheimischen – und es ist günstiger als bei Metro oder Spinney’s. Mit einigen prallen Tüten ging’s weiter in einem kleinen Obst-/Gemüseladen. Selten fand ich auf so wenig Raum eine solche Vielfalt mit unterschiedlichen Gemüse- und Obstsorten, alle einladend aufgebaut. Gurken, Tomaten und Obst  galt mein Augenmerk. Auch das waren wieder einige Kilos… wieder neue Tüten. Und dann fix nach Hause! – Kurze Fahrt – ein bissel Parkplatzsuche, leider nur ein sonniges Plätzchen. Kofferraum leergeräumt und dann nix wie ab über etliche Treppen zum Lift und ab in den 2. Stock.

Dort schnell alles in den Kühlschrank und dann für ein langes Spätfrühstück den Tisch gedeckt – m i t Meerblick, zu schön! Tagsüber wechselt die Meeresfarbe, ein Blick hinüber zur nahegelegenen Insel, einfach überwältigend… ich bin so froh, hier zu sein.

Wir zwei hatten natürlich jeder eine Wundertüte voll zu erzählen…. Am frühen Nachmittag verabschiedete sich meine Freundin. Morgen wollen wir uns wieder bei mir treffen, erst hier gemeinsam mit frischen (deutschen) Brötchen frühstücken – und dann ab nach Sekalla, um meinen Internetstick + Mobiltelefon aufladen, damit ich endlich! diese „ges(t)ammelten Werke“ in meinem Urlaubsblog ins Internet stellen kann. – Also bis später, spätestens bis morgen….

Samstag, 30. August 2014

Nun ist Samstag – mein 2. Tag im Apartment ohne Internet – nur über kümmerliche 12 MB pro Tag via Smartphone, neee, das bin NICHT ich! So wartete ich vormittags auf meine Freundin. Sie brachte frische Brötchen mit, und ich habe den Tisch – mit mehr MEER-Blick! – gedeckt. Aus dem kurzen wurde  erneut ein langes Frühstück – es gab so viel zu erzählen. – Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Sekalla in den Telefonladen am Bella Vista Hotel. Der Mann meiner Freundin wartete auf uns. Leider konnte er uns aus Zeitgründen nicht am Nachmittag begleiten. Also fix die Internet- und Mobilfon-Aufladung erledigt – Frage: Was jetzt? Meine  Freundin lebt seit seit Jahrzehnten und war noch  n i e  in der „Caribbean Bar“ im Bella Vista Hotel. Also einmal quer über zwei belebte Straßen laufen und ab ins Hotel rein – durchs Hotel und dann immer links bis zum Strand. Es war relativ ruhig in der Bar. Strand und Pool waren voll mit Gästen. Wir setzten uns etwa mittig in der Bar an einen Tisch am Wasser. Einfach nur schön¸ die Sonne und die Meeresbrise zu genießen. Bestellung aufgegeben und dann nur noch genießen – die schöne Umgebung – das ganze Drumherum war Entspannung und Urlaubsstimmung pur. Später kamen noch der Barchef sowie sein Freund zu uns an den Tisch, kurzer Smalltalk. Chef und Freund wollten essen, guten Appetit.

Über zwei Stunden saßen wir so entspannt dort. Später versuchte ich noch, mit meiner MasterCard Geld zu ziehen, zwei vergebliche Versuche – offensichtlich war kein Bargeld mehr für mich übrig… Abends blieb ich zuhause. Das Apartment war und ist so bequem und gemütlich, dass ich mich vorhin „auf Zuhause“ freute. Morgen gibt’s Neues. Wir wollen evtl. an den Strand. Also – schönen Abend!

Sonntag, 31. August 2014

Heute Nacht hatte sich mein Körper die Ruhe und die Stunden Schlaf geholt, die mir in den letzten Tagen entgangen waren. Und – wie üblich erwischte mich mal wieder Pharaohs Rache. Es konnten nur die Eiswürfel in dem ausgezeichneten „Mojito-Cocktail“ gewesen sein, die mir den Rest gegeben hatten… Zum Glück hatte ich noch Antinal vom letzten Mal, gleich 2 eingenommen, so hatte ich nachts wenigstens Ruhe…. -  Vormittags fühlte ich mich – altbekanntes Gefühl – wie durch den Fleischwolf gedreht. Also war Zuhausebleiben angesagt.

Es waren wohl wirklich die Eiswürfel – meine Freundin, die diesen an sich köstlichen Cocktail mit „vernichtet“ hatte, klagte ebenfalls über eine unaussprechliche Anziehung ihres wohnungseigenen „Örtchens“… Also vergessen wir die restlichen Stunden dieses Sonntags. Er zieht nix Gutes nach sich…

Montag, 01. September 2014

Heute war für meine Freundin und mich – sofern „local“- bzw. „lokus“-unabhängig – wieder ein Action-Tag angesagt. Ja, Antinal und meine selbst zusammengepanschte Elektrolyte-Lösung taten das Übrige, um mich fit in den Morgen und gleich gegenüber meinem Apartment ins Café fallen zu lassen. Frühstück bestellt – meine Freundin kurvte schwungvoll ihren Wagen in den Schatten… und wartete brav, bis ich meine Morgenmahlzeit intus hatte. Soooo – Frage: Und wat nu? Sie wollte unbedingt mal meine Backkünste kennenlernen. Also rein in einem Gemüseladen und Äpfel für den Kuchen sowie Tomaten für eine abendliche Sauce Bolognese erstanden. Zwiebeln und Knoblauch wurden später nachgekauft, da auch benötigt, doch im Haushalt meiner Freundin ausgegangen. Wenn ich mir so überlege, was sie da für LE 45,00 so an Gemüse und Obst heranschleppte…. Für unsere Vorstellungen wenig, ca. 4,50 Euro. Für Einheimische eine ganze Menge Geld… ich komme da immer ins Um- und Gegenrechnen. Man kann jedoch Äppel nicht mit Birnen vergleichen…

So fuhren wir dann mit unseren Einkäufen zu ihr nach Hause. Nach dem Auspacken – woowww – erst mal alle Viere von uns gestreckt und die Nasen in Richtung Klimagerät hingehalten. Kurze Pause – dann Arbeitsteilung. Ich verzog mich – da ich aufgrund meines kaputten rechten Knies nicht lange stehen konnte – mit Messer, Schüssel, Schneidbrett und Massen von Äpfeln ins Esszimmer zurück. Meine Freundin bereitete den Teig vor – und nachdem ich gefühlte 1.000 Apfelspalten im Zitronenwasser der Schüssel versenkt hatte - , nun ging’s ans Eingemachte! Meine Freundin und ihr Sohn legten nun auf den Teig in der Kuchenform schichtweise die Äpfel. Danach der große Moment – Einschub in den gasbetriebenen Herd – leider ohne jeglichen Erfolg, dat Ding mittels Gasanzünder oder auch Kerze (grob fahrlässig!, funktionierte auch nicht) bzw. angezündetem Papierwickel den Gasherd zum Anspringen zu veranlassen – und nuuuu? – Wie geht, dass meine Freundin nette Nachbarn hat. Also Sohn mit der Springform an die Wohnungstür der Nachbarn geschickt – und er wurde den Kuchen zwecks „Fremdbackens“ sogar los. Allerdings hatten die lieben Nachbarn wohl von dieser Form, Kuchen zuzubereiten, nicht allzu  viel Ahnung – oder deren Gasofen wollte nix Fremdzubackendes! Bleibt mir bis heute unverständlich. DREIMAL wurde also Freundins Sohn nebenan geschickt, kam dann mit heißem – nicht garem – Kuchen zurück….so dass aus der Backzeit von ca. 50-60 Minuten fast 2 Stunden wurden. ENDLICH holten wir unseren fremdgegangenen Apfelkuchen zu uns zurück. Das Ergebnis habe ich ja gestern in einer Chronik festgetackert. Der Kuchen zeigte sich  insgesamt etwas blass, doch ob der waltenden Zwangs-Fremderwärmung in unbekannten Gefilden konnte ich das nachvollziehen…. Zum Essen oder Probieren, no chance, viel zu heiß noch…. Also der nächste Gedanken: WAS essen wir heute zum Abendessen? Ich memorierte so mit mir selbst herum – ja:  vegetarische Sauce Bolognese. Tomaten waren mehr als genug da – die Zwiebeln hatten bis auf 2 ihr Dasein aufgegeben, und Knobi glänzte völlig durch Nichtvorhandensein.

Wieder wurde Freundins Sohn aktiviert (der viel lieber weiter mit Freund im Internet surfen wollte…), der fix zum Zwiebel- und Knobi-Kauf vergattert wurde – später nochmals wegen Öl und Ketchup…  - Ich hoffe, der junge Mann sieht uns älterem Semester unsere zeitweilig eintretenden Anfälle von Alz- oder Hildesheimer o.ä. nach! – Also entschwand ich erneut zum Schnibbeln – jetzt von Tomaten in kleinste Würfelchen. Der Riesenpott mit diesen Winzlingen von Tomatenstücken füllte sich, ich trug diese glücklich in die Küche, wo sich in einem RIESENpott bereits Öl, Zwiebeln und Knoblauch breitgemacht hatten – und einen entsprechend starken Duft versprühten! Meiner Freundin hatte ich vorher lässig als Info vom Esszimmer in die Küche rübergeschallt…. Bitte die Zwiebeln mit Öl  u n d  3 bis 4 Knobi-Zehen anzubraten. Tja, frau sollte alles in der Küche persönlich weitergeben… großzügig wie meine gelernte Köchin-Freundin für ein 5-Sterne-Restaurant es gewohnt war…. Sie dachte in großen Mengen. Also durften 4 ganze Knobis ihr Leben lassen, nochmals mit Öl in einem Pott zerkleinert…. Wäre ich nicht vorher eingeschritten, würde diese Knobi-Menge ganze Heerscharen von Familien oder Sippen wochenlang in eine geschmackliche Genickstarre versetzt haben. Glück gehabt! – Also zwei Esslöffel von diesem Höllengebräu in den Pott und die Tomatenstücken drüber. Das köchelte nun 15 Minuten vor sich. Meine Freundin kippte dann eine Flasche Ketchup dazu… da war kein Nachwürzen nötig. Nudeln waren ebenfalls gleich kiloweise in einem 2. Riesenpott zubereitet. Ich muss wirklich sagen, die Bolognese-Pampe hat allen gut geschmeckt. Wat ein Glück, dass wir alle an diesem Abend KEINE Rendez-vous o.ä. geplant hatten, sonst ­…. Egal, wir hätten in jeder Bar einen freien Platz – wegen Landflucht der Anwesenden – gefunden….

So gab es ein gutes Essen – anschl. mit Kaffee und Kuchen. – Wieder mal hatte ich einen Tag in „meiner“ deutsch-ägyptischen Familie verlebt. Naja, manche/r wird sagen: DAS nennt sie „Urlaub“? Dafür fliegt jemand über 3.000 km von D. nach Ägypten? – JAHAAAA – mit Nachdruck. Ich darf wg. perforierter Trommelfelle nicht tauchen oder meine Ohrwatscheln überhaupt ungeschützt unter Wasser bringen – schwimme nur wie ein bleierne Ente, weil bekanntlich Fett oben schwimmt – weiterhin habe ich keine Schwimmhäute zwischen den Zehen. Keine weiteren Kommentare als Erklär-Bär.
Gegen 21.00 Uhr brachte mich Freundins Mann nach Hause. Auch ihn umwaberte ein leiser Duft von Knobi – denn auch er hatte sich abends ein Portiönchen dieser knobi-lastigen Bolognese-Sauce gegönnt… Ziemlich fix fand ich mich im Bettchen wider, vielleicht macht Knobi auch noch müde, ich weiß es nicht – gute Nacht – bis morgen!

Dienstag, 02. September 2014

Heute wollte ich die Waschmaschine anwerfen – Faulheit komm vor! Also ließ ich Waschmaschine Waschmaschine sein. – Um 12.00 Uhr kam eine weitere Freundin zu mir zu Besuch. Also Tablett für ein Käffchen vorbereitet – gut gedacht, war in Ordnung so! – Sage und schreibe bis etwa 18.30 h hielt es uns bei Kaffee und stundenlangen Gesprächen. Wir hatten uns einige Monate nicht gesehen, nachvollziehbar, was sich da angesammelt hatte. Wäsche lag auch abends da….. das kann warten. Morgen – Mittwoch – ist Frühstück mit Freundin in einem anderen Café angesagt. Darüber dann mal mehr. Es ist jetzt nach 22.00 Uhr. Für heute reicht’s, gelle! …

Mittwoch, 03. September 2014

„Frühstück“ – da war doch was, gelle? Ich hatte in Facebook gelesen, dass es ab 01.09.2014 im deutschen Restaurant in Dahar wieder ab 10.00 h ein Frühstücks-Angebot gibt… das wollten sich meine Freundin und ich nicht entgehen lassen. Also fiel ich morgens eher als sonst aus meinem äußerst bequemen Bettchen. Wie üblich aufgebrezelt…. wenn ich denn „meine Hütte“ verlasse. 3 Min. per Taxe… nachdem ich wie ein Hirni auf ein leeres Taxi auf der sonnenheißen Straße gewartet hatte. War wie üblich zu früh da, meine Freundin kam kurz nach mir an – Plätzchen im Biergarten im Schatten gesucht -  Frage der Chefin gern für 2x Frühstück bejaht. In Erwartung dessen schnatterten wir über dies und das, und dann setzte uns die Chefin 2 ansprechend dekorierte Teller mit liebevoll belegten und appetitlich aussehenden Brötchen hin. FRISCHE Brötchen, ein „normales“ helles und ein knuspriges Laugenbrötchen. Meine Freundin liebt Mohn – da war doch was mit dem Mohn, was der angeblich macht? – also, ähem, sie bekam ihr Mohnbrötchen. Dazu frisch gepresster O-Saft, sehr gut, ein Eilein und eine gute Tasse Filterkaffee. Und das für LE 29,00.  – Ich denke doch, dass das ein weiteres „Zugpferd“ im Menüangebot des deutschen Restaurants werden wird. Aus der einen Tasse Kaffee wurden mehrere… die Chefin informierte uns, dass wir auch gern den Tag am Pool des direkt dahinter liegenden Hotels verbringen könnten: Tagesnutzung nur LE 15,00/Person. Das ist eine äußerst faire Gebühr, wenn ich mir die rasant gestiegenen Tagespreise für Pool- oder Strandbenutzung an öffentlichen Stränden oder in Hotels anschaue  - und der Vorteil…. Die „Futterkrippe“ ist 10 m entfernt. Nachdem wir 2! Stunden mit Futtergenuss und Schwatzerei verbracht hatten, die Entscheidung, fix nach Hause zu fahren und die Badeklamotten zu holen. Gesagt – getan! So kurvten wir gegen 13.00 Uhr wieder vors Restaurant …. nix wie ab nach hinten zum Hotelpool – menschenleer. Später gesellten sich eine Mama mit ihrer bezaubernden 6jährigen deutsch-ägyptischen Tochter zu uns. Die Kleine war beste Unterhaltung für uns drei Frauen. Selten habe ich einen soooo süßen, naseweis-altklugen Fratz gesehen. „Altklug“ jedoch nicht wörtlich nehmen; die Lütte war einfach nur genial und einmalig in ihrer Art…. und bildhübsch.

Sie hatten ihren letzten Tag hier und wollten noch zu Freunden auf Abschiedstour gehen. So folgten wir gern de Ruf des Kellners, der uns über frischen Pflaumenkuchen mit Sahne und Kaffee informierte. Bestellung – schnell standen wieder 2 Kalorienbomben (s.o.) vor uns und fanden umgehend in uns Platz. Vielleicht benötige ich beim Rückflug dann doch 2 Sitze nebeneinander…  Gegen 17.30 h dann Aufbruch – noch Einkäufe auf dem Rückweg und dann ab nach Hause.  Meine Wäsche, die ich schon seit gestern (in Gedanken) in die Maschine stecken wollte, wurde nun endlich in Angriff genommen. Jetzt – das Spiel Deutschland gegen Argentinien beginnt gleich – ist Feierabend! Die Wäsche hängt draußen auf dem Balkon. Ich habe das Gefühl, einerseits im Urlaub,  andererseits zuhause  zu sein. Mir ist’s schon wichtig, ein Zuhause auf Zeit zu haben, und das ist hier wirklich der Fall.

Da ich mein Passwort für meinen Reiseblog nicht mehr erinnere – es wird wohl doch Alz- oder  Hildesheimer o.ä. sein -, werde ich diese N o t i z e n der ersten 1 0  T a g e  an meine Chronik tackern.
Lest es gern – macht Euch  Gedanken dazu oder auch keine – wundert Euch über die banalen Aussagen dieses „Urlaubes“… und scrollt weiter, wenn’s zu langweilig wird. In anderen Chroniken werdet Ihr sicher mit weiteren Sensationen oder Außergewöhnlichkeiten verwöhnt. In diesem Sinne – viel Spaß! – 

Das hat sich ja nun erübrigt, da ich heute – 01.10.2014 – am heimischen PC sitze, wo das Passwort bereits beim Seitenaufruf eingespeichert ist…

Donnerstag, 04. September 2014 - stromlos... -

Schon früh war mir klar – das war ein besonderer Tag. Einerseits feierte meine Schwester 3.200 km entfernt ihren Geburtstag. Ich hatte ihr über www.seelenfarben.de pünktlich zu diesem Tag eine hübsche Email-Glückwunschkarte von D. aus geschrieben, Versanddatum 04.09. – 

Als ich dann dem Bette entwichen war, schwante mir einiges – Klimaanlage aus – kein Licht – zum Glück lief wenigstens Wasser. Tjaaaa, halt Stromausfall, der sich an diesem frühen Morgen über große Teile von Ägypten erstreckte – Kairo, Alexandria und  hier entlang am Roten Meer. Mal kürzere, hier allerdings eine sehr lange Phase, um die 12 Stunden. Wohl den Hotels und Restaurants, die ihre Tiefkühlanlagen, Klimageräte und Ähnliches mit Notstromaggregaten weiterbetreiben konnten. In vielen Geschäften hörte ich, dass viele Waren nur noch weggeworfen werden konnten, was sicher auch auf zahlreiche Haushalte zutraf.

Also – kein Kaffee – deshalb fix rein in ein Taxi, ab nach Dahar zu Regina ins Restaurant. Sie hatte zum Glück Elektrizität. Also erhielt ich dort ein gutes Frühstück mit Kaffee, und meine Urlaubswelt war in Ordnung. Später kam meine Freundin, wir zogen uns mit einigen Freunden an den nahegelegenen Hotelpool zurück – und hatten ihn fast ganztags allein für uns. Nachmittags zur Kaffeepause ein wohlverdientes Stück frischen Pflaumenkuchen + Sahne – und für mich Kamillentee, da mich ab Mittag wieder altbekannte ungute Bauchgefühle plagten.

Spätnachmittags ging es ab nach Hause. Weitere Einzelheiten erspare ich uns hier. Nach 18.30 h hatten wir dann wieder Strom. Den Abend verbrachte ich liegend – TV sehend und lesend. Gute Nacht – ja, wurde es, mit 2 Antinal intus….

Freitag, 05. September 2014

Den heutigen Tag verbrachte ich hier solo in der Wohnung. Gegen 16.20 h muckerte kurz der Strom für einige Minuten, doch zur Zeit läuft wieder alles …. bis zur nächsten Unterbrechung. Für meinen Allgemeinzustand war das recht förderlich. Längere Außenaktivitäten hätte ich heute nicht unternommen…. So ging auch dieser Freitag in Ruhe, mal lesend auf dem Balkon, mal dösend auf der Couch – und abends „das ZDF inhalierend“ zu Ende. Also heute: keine Spesen, nix gewesen, sozusagen!

Samstag, 06. September 2014

Meine Freundin wartete auf meinen Anruf, um zu erfahren, wann ich heute wieder in Richtung Hotelpool bewegen würde. Ich zögerte das bewusst noch ein bisschen hinaus. Meine „Anti-Pharaoh-Tabletten“ waren inzwischen nicht mehr vorrätig. Also – bevor ich mich weiteren schwimmtechnischen Verrenkungen o.a.m. hingab, hieß es, Antinal zu besorgen. Also raffte ich mich auf, packte Badezeug zusammen und entschwand eilendmeiner Behausung, stellte mich an den Straßenrand. Flugs war ein Taxi parat und so fix ab in Richtung meines „Stamm-Apothekers“. Eine 24er-Pkg. Antinal händigte er mir aus… ich zahlte und ging einige Schritte weiter in meine Stamm“pinte“. Dort wurde ich wie üblich von meinem Lieblingskellner herzlich  begrüßt. Antinal in der Hand, bringt Dich durchs ganze Land….sozusagen. Er orderte Tee mit Zitrone für mich, und – da ich wohl ziemlich abgemickert – hungrig aussah, gleich eine Portion Spaghetti Bolognese. Gleich 2 x Antinal eingeworfen – innerhalb kurzer Zeit hörte das Zementgefühl im Magen auf… Hinterher zog’s mich  dann doch zum Hotelpool, da mich inzwischen meine Freundin schon fast für „abgängig“ erklärt hatte. So plantschten wir dann wieder allein im großen Pool herum,  eine Freude, dass wir so ganz in Ruhe schwimmen konnten, ich meist auf „faule Frau in Rückenlage“ so vor mich hinplätscherte und halt typischer Frauenklatsch gewechselt wurde. Irgendwann wurde auch meine Freundin vom Hunger heimgesucht. Also Kleidchen übergeworfen und dann 10 m weiter ins Restaurant. So bequem und angenehm… sie also was Handfestes bestellt, ich meinen geliebten frischen Pflaumenkuchen + Sahne + Kaffee. 

Am späteren Nachmittag unser allwöchentlicher Einkauf im einheimischen Supermarkt und dann noch zum Gemüsehändler. Ich nahm mir diesmal Granatäpfel mit, hier findet man sie allerortens, bei uns in Deutschland sind sie relativ selten und meist „sau“teuer! Während ich das hier niederschreibe, ist draußen die Dämmerung zu sehen,  wunderschöne Farben, blassblau über dem Meer, darüber ein zartes Orange, was ganz oben am Himmel wieder in einem Zartblau verläuft – überwältigend, tja, der Himmel des Südens, einfach schön. - So, jetzt rummelt die Waschmaschine ihren letzten Schleudergang – dann heißt es, die Wäsche noch aufzuhängen. Deshalb schließe ich hier für heute. – Allen einen schönen Samstagabend!

Sonntag, 07. September 2014

Wieder ein strahlend-sonniger Morgen, der mir direkt aufs Bett scheint, ich bin  zur Langeschläferin mutiert, sooo schön faul, sooo schönes Nichtstun! – Nach einem kleinen, fettlosen Frühstück kam dann meine nette Vermieterin, um ihre Restmiete zu holen. Sie ist ein Schatz, die Wohnung – anders konnte es bei mir auch nicht sein – halte ich gern in Schuss – es ist fast wie bei mir zuhause. Meine Freundin hatte gestern Äpfel mitgenommen und für den heutigen Sonntag auch einen Apfelkuchen gebacken. Ich wollte nachmittags per Taxe zu ihr fahren.  Jetzt – am frühen Nachmittag – informierte ich sie, dass ich ein Kommen „aus Befindlichkeitsstörungen“ lieber auf den  morgigen Montag – Beginn meiner letzten Urlaubswoche in Hurghada – verschieben wollte. So nutze ich die Zeit für Lesen und hier das Aufschreiben meiner Notizen. Alles in allem – ein ruhiger, sonniger Sonntag!

Montag, 08. September 2014

Mal wieder als Langschläferin geoutet – gemütlich gefrühstückt - die Sonne lacht in Wohn- und Schlafzimmer! Irgendwie wird mir schon wieder bewusst, dass ich heute in einer Woche abends schon wieder im Abflug begriffen sein werde! Schnell ein Blick ins Netbook – oha, meine nette, junge Studentin aus Kairo (sie hat Germanistik studiert und schreibt deutschsprachige Artikel für Zeitungen, Magazine) hatte mich nachts in Facebook kontaktiert und mir einen langen neuen Artikel über „Die toten Lebenden“ von Kairo schrieb. Hier meinte sie die vielen tausend Menschen, die in der Totenstadt in den  Mausoleen leben. Sie kommen vom Lande, wollen sich in der Riesenmetropole Kairo ein neues, besseres Leben aufbauen – und landen dann eben in der Totenstadt von Kairo. Über diese Thematik hatte ich schon viel gelesen. Doch: meine junge Freundin begab sich persönlich dorthin und befragte viele Menschen, junge und alte… der Aufsatz war interessant verfasst, doch lang und für mich fast 2 Stunden vormittags mit vielen Korrekturen verbunden. Dies machte ich nun nicht erstmalig, sie konnte und kann nichts für Korrekturen zahlen, also erledige ich das gern kostenfrei für sie. Auch ich lern(t)e so viel über mein schönes Reiseland Ägypten dazu.

Gegen Mittag war ich fertig, schickte die Neufassung zurück…. und packte schnellstens meine Badeklamotten –rein ins Taxi, ab durchs Restaurant in Richtung Hotelpool. Ich war vor meiner Freundin da – ich hatte ein Badelaken vergessen. Also Anruf, ja, sie war noch zuhause und brachte mit¸was ich in der Eile vergessen hatte.

Den gesamten Nachmittag hatten wir den Pool für uns allein, unterbrochen nur von einem zünftigen Mittagessen. Faules Rumliegen auf der Sonnenliege und zeitweises Wasserplantschen sind ja soooo anstrengend und machen müde und hungrig. So gaben wir erst dem Hunger keine Chance und zogen uns mit voller Plautze – ähem, mit gefülltem Magen – auf die Liegen zurück. Die Steigerung von faul ist fauler – Superlativ: Hurghada – bei mir jedenfalls. Spätnachmittags nochmals kurzer Rückzug ins Restaurant. Süffiges neues Getränk: Was äußerst Pinkfarben-Kribbelndes, ist wohl Schweppes Granatapfel. Naaaja! Es schmeckte schon ganz gut, möchte nicht wissen, wie viel Zucker in diesem Gesöff enthalten war. Dann brachte mich der Mann meiner Freundin nach Hause – ja, so fühlte und fühle ich mich hier: ZUHAUSE! Allen einen schönen Abend – bis bald!

HH
Dienstag, 09. September 2014

Heute begann mein Morgen mit Rumoren in meinem Innersten – irgendwie stellte sich mein Organismus wohl darauf ein, alle 2 Tage verrückt zu spielen! Vorsichtshalber setzte ich gleich einen Riesenpott Tee mit O-Saft + Salz + Zucker an. Das Zeug schmeckte zwar wie eingeschlafene Füße, doch das Brodeln hört dann – verbunden mit „Einwurf“ von Antinal ­ - auf. – In Facebook erreichte ich einen Freund in El Gouna. Wir kannten uns bisher nur durch viele, viele Privatchats, und ich lernte ihn als integren, zuverlässigen Schreibpartner kennen und schätzen. Er hatte gerade einen internationalen Kurs für IDDA geleitet und deshalb keine Zeit hatte, sich mit mir zu treffen.

Eben – gegen Mittag – meldete sich eine weitere Freundin, die ganz in meiner Nähe wohnt. Nachfrage, ob sie mir etwas aus Apotheke oder Supermarkt mitbringen könnte. Das fand ich ganz lieb, s o  sieht für mich Freundschaft und Hilfsbereitschaft aus. Danke, liebe Freundin! -  Nachmittags würde ich mich im Schatten auf den Balkon hocken und an meinem Krimi weiterlesen. – Meine beste Freundin hatte heute Vormittag einen „Conny-Apfelkuchen“ gebacken. Ihr Mann stellte ein Prachtfoto davon in Facebook ein. Da müssten meine gesamten vorherigen Bilder, die ich von meinem „Backergüssen“ schon so oft an meine Chronik getackert hatte, GELB vor Neid werden. Kompliment, so sorgfältig und pingelig hätte ich die Apfelspalten nicht im Teig arrangieren können – grrrrrh! Na, dann mal guten Appetit – leider ohne mich!

Mittwoch, 10. September 2014

Das hätte ich nicht gedacht! Es wurde und war ein  interessanter Tag! Woooowww – vormittags stand ich erst gegen 09.30 Uhr auf. Am späten Vormittag rief ich meine Freundin an, um zu erfahren, ob und wann sie mit zum Hotelpool kommen würde. Nix da – diesmal hatte sie Besuch vom Herrn Pharaoh. Also blieb ich heute auf mich gestellt. Trotzdem fuhr ich per Taxi gegen Mittag – gestiefelt und gespornt für den Pooltag – ins dt. Restaurant. Dortens ereilte mich der dringliche Wunsch nach einem Frühstück. Also mal wieder Vollmampf mit frischen Brötchen und Kaffee. Hinterher traf ich zwei weitere Freundinnen, die jedoch „auf Arbeit gebürstet“ schienen, was meinem Urlaubsverhalten naturgemäß widersprach. Also folgte ich später dem Rat der Chefin, das Gespräch mit einem weißhaarigen, bebarteten älteren Herrn aufzunehmen, eine höchst interessante Persönlichkeit. Eckpunkte: 77 Jahre, erfahrener und in der Schweiz durch Presse usw. wohlbekannter Wissenschaftler, mehrfach verheiratet, 7 eigene Kinder und 2 adoptierte minderjährige Mädchen aus seiner jetzigen Ehe mit einer echten Bedoui… er kannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Wenn mir die Kinnlade runterfällt, will das was heißen! Er führt wissenschaftliche – private – Ausflugstouren zum Mons Claudianus und Porphyrites durch, lebt mal in einer Villa und mal im Zelt in der Wüste neben dem seiner Frau! Und seine zwei Adoptivmädchen lernen Deutsch und Englisch bzw. Französisch in einer engl. Privatschule. Das und viele andere außergewöhnliche Dinge erfuhr ich von ihm.

Dann kam auch noch meine junge Abiturientin ins Restaurant, die ich dort vor einigen Tagen kennengelernt hatte. Sie saß allein am Nebentisch, und ich bat sie an unseren Tisch. Heute nun verabredeten wir uns für den Abend. Eine junge Dame, gerade 19 Jahre, hübsch anzusehen und blond, sie fuhr zwar allein hier in den Taxen mit. Doch so recht traute sie sich nicht in Restaurants, Pubs oder Bars in Hurghada. Um 19.00 h trafen wir uns vor dem Hotel Bella Vista, gingen durch die Hotelanlage und setzten uns in die Caribbean Bar. Cello, der Chef, war noch nicht da. Doch mein Lieblingskellner dirigierte uns an einen leeren Tisch. Wir beiden hatten Appetit auf ein Abendessen. So hatten wir auch noch Gesprächsstoff über dies und das. Später kam Cello zu uns an den Tisch. Ich machte die zwei miteinander bekannt und bat ihn, wenn ich weg bin, ein Auge auf meine junge Dame zu haben, so lange sie zukünftig in die C. Bar kommt.

Er schlug uns noch vor, auch mal im „Viking“ in der Nähe des „Bombay“-Restaurant vorbeizuschauen. Dies machten wir auch noch. Gegen 21.30 h war es noch nicht so voll. Ab 22.30 h änderte sich das….. und Cello kurvte mit seinem neuen Rennrad ins Pub rein! Er hockte sich bis zu unserem Weggang gegen 23.30 h zu uns an den Tisch. Später kamen zwei Deutsche hinzu. Ich kannte beide nicht, doch als ich im Gespräch auf ein bestimmtes Thema kam, stellte ich fest, dass wir einen guten Freund gemeinsam kannten.  S o  klein ist manchmal die Welt. – Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich mit dem einen neuen Bekannten am Samstag nach El Gouna fahren, um unseren gemeinsamen Freund zu besuchen. Ihn kenne ich bisher nur von Facebook und unzähligen privaten Nachrichten. Es war ein runder schöner Abend mit alten und neuen Bekannten und Freunden. 

Und jetzt mache ich Schluss für heute. Es ist schon Donnerstag, 11.09., 00.35 Uhr. Es reicht für heute. Bis später mal!

Donnerstag, 11. September 2014

11.09.!  Da fiel mir der Tag vor 13 Jahren ein – das Attentat auf das WTC World Trade Center, wo so viele Menschen ihr Leben lassen mussten – wie schnell vergehen die Jahre! Der heutige Donnerstag liegt sozusagen „offen“ – ich habe keine Ahnung, was ich heute unternehmen werde. Mal sehen, was meine Freundin gesundheitlich so macht. Kann sein, dass ich heute mal die Nr. N. probiere = Nix tun.  – Bis später…. Meine Entschlussfassung ist noch unzureichend.

Mittags dann doch Taxifahrt nach Dahar – Geld am Automaten gezogen. Im nahe gelegenen Restaurant fielen mir zwei Ägypterinnen, die unterschiedlicher nicht sein konnten: die eine, wohl älter, trug traditionelle schwarze Kleidung, allerdings ohne Kopftuch. Die andere sah aus wie aus einem „Alternativ-Journal“ entsprungen. Eine wilde Haarmähne mit schwarzen Korkenzieherlocken, im Super-Mini, leicht angeschmuddelt, mit ständig wildem Gestikulieren ihrer Hände, trotzdem irgendwie eine Frau, die auf mich außergewöhnlich wirkte. Lautes Lachen, eine Einladung in Englisch von ihr an mich, ich möge mich mit an ihren Tisch setzen. Sie bestellte mir ein Wasser, erzählte, dass sie der anderen Frau aus Kaffeesatz wohl deren Zukunft lesen wollte, was sie in Arabisch dann auch tat. Sie unterbrach immer wieder ihr Arabisch, sprach mich in Englisch darauf an, dass ich wohl gesundheitliche Probleme habe…. Woher wollte sie das wissen? Plötzlich nahm sie meine rechte Hand und sah sich meine Handlinien an. Sie sagte mir kurz darauf klar, ich hätte vor 34 oder 35 Jahren eine ernsthafte Krankheit gehabt, die mir heute noch Probleme machte. Upps – stimmt: Sarkoidose oder Morbus Boeck ist jederzeit in medizinischen Nachschlagewerken zu finden. Mein Eindruck, den ich letztlich von ihr hatte, kann ich nur mit „eindringlich“ in jeder Beziehung bezeichnen. Sie hinterließ mehr als gespaltene Gefühle in mir, als wir uns freundlich verabschiedeten. Zuletzt fragte ich nach ihrem Beruf. Sie sagte wörtlich auf Englisch: „Audio-visual Professionalist“. Tja, wat sagt mir das nun?? Ich weiß es nicht. Sie sei aus Alexandria und wollte heute noch Kairo und Alex – oder auch nicht…. Sprunghaft, widersprüchlich, eigenartig, irgendwie magisch diese Frau…. Sie hinterließ in mir viele Fragezeichen.

Der Nachmittag war wie so oft lustig und unterhaltsam, Zusammensein mit Bekannten und Freunden, sie kamen und gingen. Auch den „Professor“ traf ich wieder. Und – meine Freundin kannte ihn schon seit vielen Jahren. Ja, wenn man jahrzehntelang in Hurghada lebt, bleibt das nicht aus. HRG ist ein Dorf! – Unser „Professor“ brachte meine Freundin und mich im Wagen jeweils bis zur Haustür. Danke – und allen einen schönen Abend.

Freitag, 12. September 2014

Heute sollte ich um etliche Gramm an Gewicht verlieren, neee, leider nicht an meinem opulenten Astralkörper: mein Mittagstermin für meine Friseurmeisterin in Sekalla stand fest. Vormittags wimmelte ich so faul und entspannt vor mich, weiterhin meine „bern- oder bäääh-steinfarbene“ Elektrolyse-Flüssigkeit in mich hineingießend… gegen 13.30 h verließ ich meine Wohnung, Taxi in Richtung des Friseursalons. Für mich war es wie zuhause bei meiner Friseurmeisterin: ich setzte mich in den Sessel, brauchte nicht viel zu sagen und überließ alles Weitere meiner Meisterin…. Als ich nach 1,5 Stunden wirklich gern „ihr Werk“ = meinen Kopf im Spiegel und dem Handspiegel von allen Seiten begutachten konnte: es war eine Freude! Sich „hingeben zu können“ in Meister(in)hände, DAS dürfen nur zwei: meine Meisterin zuhause in Deutschland und ihr ebenbürtiges Pendant hier in HRG! Jetzt kann ich mein Köpfchen wieder überall reinstecken – nach dem Schnitt und der neuen Farbgebung. Danke, Lisa!
Danach Verabredung im dt. Restaurant – wieder waren meine engsten Freund(innen) und Vertrauten da oder trudelten am späten Nachmittag. Launiges an Sprüchen, Tagesdingen ging quer über die Tische. Später kam eine weitere Dame an unseren Tisch. Sie – als wirkliche Persönlichkeit – Medizinerin mit einigen Spezialgebieten – Buchautorin u.a.m. – hatte mir im letzten Sommer in einer sehr persönlichen Sache – zwischen ihren vielen Terminen – 2 Stunden „freigeschaufelt“ und mir im Laufe dieses tiefgehenden Gespräches einige Male den Spiegel meines persönlichen Verhaltens bzw. (Nicht-)Handelns vorgehalten. Noch heute habe ich viele ihrer Anregungen für mich persönlich verinnerlicht. Menschen mit so viel Aura gibt es selten, natürlich und charmant, gleichzeitig zielstrebig und Menschen als Ganzheit achtend – wohltuend, selten und kostbar, mit ihr Zeit zu verbringen, zuzuhören – und anzunehmen, was kommt und gesagt wurde.

Stundenlang saßen wir zuerst mit unserem „Professor“ zusammen, danach, als er gegen Abend ging, kam obengenannte Dame. Ich sagte zum Abschluss vor dem Abschied, dass dies DER schönste Tag während meines Urlaubs war. In dieser kleiner Freundesgruppe kann ich mich auf sie oder ihn verlassen. Ich benötige keine große Anzahl von „Freunden“, die sich im Nachhinein als absolute Luftblasen oder Nieten entpuppen. Weniger ist  auf Dauer mehr.

So, es ist jetzt 23.00  Uhr. Das sollte für heute reichen. Noch 2 Tage für Hotelpool, Gespräche und kürzere Treffen mit dem oder der anderen – und nächsten Montagabend hebe ich, ähem, natürlich mein Condor-Flieger nach Berlin.

Einige Nach(t)gedanken werden morgen und übermorgen folgen. Dann wird der gesamte Wort-Wust (s. oben) an meine Chronik kopiert. Wer es dann bis zum Ende schafft, nicht vorher an Morbus Schnarch abgenippelt ist, DER oder DIE ist super!

Samstag, 13. September 2014 – zweitletzter Urlaubstag….

Irgendwie bin ich – immer hier in Hurghada – in den letzten Tagen von einer Art Unrast geplagt… einerseits möchte ich meinen Wegbegleitern Auf Wiedersehen sagen…. andererseits nagte – bis heute gegen Mittag – die Ungewissheit: Wie und wo verbringe ich die Nachtzeit in Berlin nach der Landung? DAS ergab sich nun inzwischen. Mir wurde von befreundeter Seite „Abholung und Kurz-Nachtasyl“… angeboten. Da bin ich sehr dankbar. Nach 3 Wochen Urlaub sieht es bei mir so, dass ich mir ein Hotel nicht leisten könnte – und auch eine Taxenfahrt vom Südosten Berlins – Schönefeld – bis zum ZOB, dem Zentralen Omnibus-Bahnhof im Südwesten, Nähe Masurenallee – würde mehr als die eine oder andere Eurone kosten. Also Danke an mein nettes Paar aus Hellersdorf….

Mittags war ich im dt. Restaurant, bewaffnet mit allen Utensilien für einen vorletzten Pooltag. Neee, diesmal klappte es nicht. Ich traf dort auf eine sehr nette Bekannte, die ich im Juni/Juli 2011 in meiner früheren Stammkneipe in Dahar kennengelernt hatte. Diesmal hatte sie – getreu ihrem Namen in Facebook – ein Hütchen auf (Sonnenschutz – nötig, da sie von Sekalla nach Dahar gelaufen war)! - Sie hatte den in meinem Reiseblog beschriebenen Menschen damals mit gekannt…. hatte mich gewarnt, ich wollte damals keinen noch so gut gemeinten Ratschlag beachten… Oh, wie haben wir heute stundenlang in alten und aktuellen Erinnerungen geschwelgt! Auch „mein Professor“ war nachmittags da und händigte mir ein heute aufgenommenes Foto von seinem Vortrag über die „Römer in Ägypten“ vor einer Studentengruppe der TU El Gouna mit persönlicher Widmung aus. Habe mich doch sehr darüber gefreut. So belesen, so intelligent, neee, da muss ich noch viel lernen, um mit halbwegs mithalten zu können. Morgen wird er mit einer kleinen Privatgruppe in die Oase El Malahha fahren,  ca. 160 km von Hurghada entfernt.

Ein interessanter 2seitiger Bericht darüber von einer früheren Tour ist übrigens im „Red Sea Bulletin“ Nr. 5/2014 erschienen. Zur Lektüre empfohlen, das Magazin wird kostenlos in HRG ausgegeben.

So, es ist jetzt gleich 22.00 Uhr. Es reicht für heute. Morgen ist nun wirklich letzter Pooltag angesagt. Montag wird gepackt, und abends geht der Condor-Flieger nach Berlin-Schönefeld. Bis dann!

Sonntag, 14. September 2014 – letzter (Pool-)Urlaubstag

Heute ist nun endgültig der letzte „richtige“ Urlaubstag. Morgen- am  Montag – heißt  es, den Koffer zu packen, nochmal durchs Apartment schauen, ob alles ordnungsgemäß von mir hinterlassen wird, ca. 14.00  Uhr ist Schlüsselrückgabe vorgesehen . Das zu  m o r g e n ….

Heute war es noch einmal ein picke-packevoller Tag im dt. Restaurant bei Regina. Die Lieben, mit denen ich schöne Stunden hier und anderswo in Hurghada verbracht habe, waren da, bzw. kamen zum gemeinsamen Frühstück. – Meine “Kleene“ – 19 Jahre, aus Hamburg, hatte sich nach kurzer Nachtruhe auch eingefunden. Nach dem Frühstück mein guter Rat, doch fix wieder in ihr Hotel zum Nachholen von Schlaf sich wieder hinzulegen. Das tat sie dann auch. ­ Außer meiner allerbesten Freundin fand sich auch unsere „Hütchen“-Dame mit ihrem Häkelhütchen ein. Darüber freute ich mich sehr. Auch sie kannte meine Freundin aus einer Zeit vor mehreren Jahren – Hurghada ist halt doch ein  Nest!! – Nach dem Frühstück zogen wir uns an den  Hotelpool hinter dem Restaurant zurück, plantschten einige Male im Wasser herum… und irgendwann hatten wir wieder Appetit! Also fix was übergeworfen und wieder 10 m weiter ins Restaurant. Ein opulentes Mittagessen folgte für uns drei. Leider war’s für mich damit noch nicht beendet. Zur Gaudi einiger Mit-Gäste gab’s für mich danach noch einen Eiskaffee (mit Sahne) und – um den Magen noch mehr zu strapazieren – frischen Pflaumenkuchen mit Sahne und Kaffee zu. Das war vor ca. 4 Stunden.  Jetzt am Abend beim Schreiben habe ich noch immer Magendrücken – kein Wunder bei diesen Tausenden von Kalorien, die ich heute so in mich hineingestapelt, nee, gestopft habe… nur Wasser gibt es jetzt noch bzw. später noch einen Tee. Was haben wir gelacht heute Nachmittag. Auch einige Tränen gab es bei mir. Doch meine lieben Menschen um mich herum erleichterten mir gegen Abend den Abschied. – Meine „Hütchen“-Dame vergackerte MICH etliche Male…. Sie hatte vormittags im Nachtkästchen im Hotel eine Kakerlake gefunden…. erzählte sie. Meine Freundin und ich wollten wissen, was sie damit gemacht hätte. WIR dachten, naja, sie wird sie „entfernt“ haben. Nee, bierernst meinte, sie könnte dem Tierlein nichts zuleide tun, sie sei Buddhistin… und fixierte mich mit ihrem Blick, um meine Reaktion mitzubekommen. Meine Antwort, dass ich absolut nix gegen Buddhisten hätte. Danach begann sie, mich anzugrinsen. Neee, war nur Spaß… DIESE Sache mit der „buddhistischen Kakerlake“ werde ich nicht vergessen. Es gelang ihr später noch einige Male, mich so richtig im Spaß vorzuführen. Und ich Dumpfbäckchen fiel auch jedes Mal prompt rein.

Nun gingen auch diese Stunden zu Ende. Es war ein schöner Abschiedstag – nichts Spektakuläres, nichts Aufregendes. Einfach nur Zusammensein mit einigen wenigen guten Freunden, die ich nicht vergesse und die mich – garantiert! – auch nicht aus den Augen verlieren werden.

Das war es für diesmal! Tja, diesmal gab es keine außergewöhnlichen Dinge, doch in Summa viele kleine Dinge, die diese 3 Wochen zu einem schönen Urlaub – einer Auszeit – machten. Kann sein, dass ich später über Abflugtag und Weiteres berichte. Jetzt ist erst mal Ende im Gelände.
Nee, noch nicht ganz!

Montag, 15. September 2014 – Abreisetag bzw. –abend

Der letzte Vormittag in meinem Apartment verlief unspektakulär…. einschließlich der Kofferpackerei, nebenbei noch eine große Tüte mit „Hinterlassenschaften“ für meine Freundin – aus dem Kühlschrank, alles, was in Bad nur noch halbleer – oder halbvoll? – vorhanden war usw.
Für 14.00 Uhr hatte ich mit meiner Vermieterin die Schlüsselrückgabe vereinbart. Pünktlich auf die Minute kam sie – diesmal kam auch ihr Mann mit. Ein sehr nettes, sympathisches Ehepaar, wo ich auch zukünftig gern wohnen werde. – Kurz danach erschien meine Freundin, um mich abzuholen. Auch sie lernte die beiden kurz kennen. Danach Aufbruch. Meine Vermieter hatten uns noch etwas Zeit gelassen – wir zogen die Tür nur hinter uns zu.

Für mich war es klar, dass wir die restlichen Stunden in der Wohnung meiner Freundin verbringen. Nee, falsch gedacht, zuerst fuhren wir nochmals rein nach Dahar, um uns auf die Suche nach einigen hübschen Schals zu machen. Diese wollte ich weiter verschenken… auch an meine „Kurz-Nachtasyl-Gastgeberin“ in Berlin bzw. für meine Nachbarin in Bad Harzburg, die immer so wacker und gut auf meine Behausung Acht gibt. – Wir wurden fündig in einem kleinen Laden, der von zwei jungen Einheimischen geführt. Hier kaufen auch die Hurghadianer – und das war mir sehr recht!

Danach kurvte meine Freundin in eine andere Richtung – nein, nicht in die ihrer Wohnung. Wir landeten zum Abschied …. wieder im dt. Restaurant.  Ich freute mich natürlich, dass wir so nochmals gute Bekannte aus den letzten 3 Wochen vorfanden. Und schwupps, hatte ich wieder Appetit. So bestellten wir uns zwei ein verspätetes Mittagessen. Auch diesmal schmeckte es uns gut, wie üblich! – Auch den von der Chefin genannten, täglich frisch gebackenen Pflaumenkuchen KONNTEN wir nicht vorbei gehen lassen. Also Kaffeegedecke hinterher bestellt. So lief die Zeit mit Geschichtchen und Erzählungen, Rumratschen einfach schnell vorbei. Kurz nach 17.30 h dann endgültig Tschüs gesagt – und ab in Richtung Flughafen. Meine Freundin fährt seit Jahrzehnten in Ägypten bzw. HRG Auto. SIE fährt teils „ägyptischer“ als ihr Mann! Nein, nicht zu unvorsichtig, doch jede Lücke in den endlosen 4er- und 5er-Autoschlangen in einer Richtung nutzend… wenn ich mal ‚nen Führerschein in D. gemacht hätte, wären die Straßenbehörden in HRG gut beraten, nur noch Gummibäume rechts und links anzupflanzen…. ! – Ab in die Airport Road – rechts zum Flughafen rein – und schon stand ich mit Koffer & Co. vor dem Abfluggebäude. Kurzabschied. Längeres Parken davor ist nicht erlaubt, und so stiefelte ich schnell ins klimatisierte Gebäude. Danach den üblichen „Schlangenkurs“ bis zur 1. Sicherheitsabfertigung. Ich durfte sogar meine Wasserflasche behalten, obwohl auf den Stühlen davor viele Wasserflaschen lagen, die normalerweise abgegeben werden müssen, hatte Glück!

Dann gleich zum Abfertigungsschalter – wieder fand sich um mich ein kleines Grüppchen, nette Paare, die in Hotels Urlaub gemacht hatten, und ein Kiter, der mit seinem Riesen-Kite hinter mir stand und aus El Gouna per SUV gebracht worden. Dieses Riesenvehikel hatte auf der Zufahrt zum Flughafen direkt vor uns gestanden. – Am Schalter diesmal Platz 4D, super, so schön weit vorn.

Pünktlich gingen wir an Bord – auch diesmal war der große Airbus A-321-200 bis auf die allerersten Reihen voll. Eine einzige Dame hatte es sich in der 1. Reihe mit „Condor Premium Econcomy“ bequem gemacht – Extra-Getränke – Extra-Menü – Extra-Zeitungen, kurz: alles extra. Alle anderen waren „nur“ Economy-Fluggäste. Nachdem alle an Bord waren, fragten einige, ob sie sich nach vorn in die freien Reihen dürften – ja! So landete ich auf der anderen Seite in Reihe 1 – Sitz A, also diesmal am Fenster. DAS mache ich sonst nie, da ich immer am Gang sitze. Trotzdem war der Abendstart in Dunkelheit wunderschön – nochmals die hell beleuchtete Küste mit den vielen Hotels zu sehen, dieser große orangefarbene Klecks am Roten Meer – Hurghada und die übrigen Ortsteile… Der Flug verging sprichwörtlich wie im Fluge. Wir flogen die kurze Strecke über die Türkei – sahen Antalya und die Bucht dort von oben, es war absolut klares Wetter in einer Reisehöhe von knapp 11.000 m. Wunderschön!
Kurz vor Mitternacht erreichten wir Berlin-Schönefeld. Ab 00.00 Uhr bis 05.00 Uhr morgens wird der Flughafen geschlossen. Wir waren buchstäblich die Letzten! Ausstieg am hinteren D-Gebäude…. ohne Bus, da fast direkt an der Abfertigung bzw. der Ankunft. Hier wurden wir von einer recht resoluten Dame von GroundGlobe, dem Sicherheitsdienst in Schönefeld, erwartet. Sie marschierte direkt vor mir – ich war zuerst ausgestiegen – ziemlich stramm und schnell auf einem blau markierten Fußweg um das gesamte Gebäude herum. Vorn schloss sie dann eine Tür auf – zwei müde Passbeamte ließen uns im Schnelldurchlauf – nach kurzer Passansicht – in Richtung einer Halle mit zwei Kofferbändern. Sie schloss dann hinter uns wieder die Tür zu. Wir saßen und standen herum und nach über 30 Min. kamen die ersten Koffer. Dann noch vorbei an einem müde wirkenden Beamten durch den „grünen Ausgang“…. Draußen laue Spätsommerluft, und so rollerte ich dann meinem Abholer, einem Freund, entgegen, der jetzt im äußersten Südosten von Berlin wohnte. Nach 2 Anrufen fanden wir uns – er nahm mir alles ab und konnte mich bequem platzieren…

Über eine Stunde fuhren wir nachts durch das nächtliche, hier schon fast kleinstädtisch-dörflich wirkende Berlin – alles grün, so viele Häuser, jeweils mit vielen Bäumen, Büschen und Blumenbeeten bepflanzt. Bei ihm zuhause angekommen, war es mittlerweise knapp 01.30 Uhr. Koffer blieb im Wagen, Kleingepäck reichte für kurze Nachtruhe. Im 5. Stock – ohne Fahrstuhl – endeten meine Kräfte. Müde nahm ich dankbar ein bezogenes Bett im Wohnzimmer, Hinweis auf Bad und anderes wahr. Dann schlossen meine beide ihre Schlafzimmer-, ich die Wohnzimmertür… und konnte sogar schlafen, absolut ruhig diese Wohngegend.

Morgens kurz vor 07.00 h kurze Katzenwäsche – danach tauchte der Hausherr auf, und wir zwei hatten sogar Zeit für ein kurzes Frühstück. Gegen 07.45 Uhr dann die vom Google-Navigator super berechnete Fahrt von der Wohnung quer durch Berlin. Ich genoss diese komplette „Stadtrundfahrt“ durch einen Großteil von Berlin von Südost nach Südwest – durch Berlin Mitte – Staatsoper – Museumsinsel – Regierungsviertel – Tiergarten mit Siegessäule  u.v.m. – Für die Berliner/innen unter meinen Freunden sind dies bekannte Fixpunkte. Auch für mich, in Berlin habe ich zumeist die Sommer- bzw. Herbstferien mit und ohne Eltern bei Verwandten erlebt. Berlin ist und bleibt für mich die Lieblingsstadt in Deutschland.

Um 09.30 Uhr dann pünktlichst Busabfahrt über Magdeburg – Aschersleben – Quedlinburg und zuletzt Halt in Wernigerode. Der Bus war schnell, pünktlich, sauber – nur zu ca. einem Drittel besetzt. Die gesamte Reisezeit – knapp 4 Stunden – hatte ich Sonne und blassblauen Spätsommerhimmel. Ich genoss dieses gleichmäßige Gleiten durch die verschiedenen Landschaften. DAS hatte mir nach 3 Wochen Sonne und Meer gefehlt. Etwas weniger Wärme, nicht kalt, jedoch jahreszeitlich passend. Um 13.30 Uhr stand ich in Bad Harzburg am Haltepunkt – 5 Min. als  lt. Fahrplan. – Meine Freundin hatte mich von der Straßenseite gegenüber gesehen. Ich habe mich sehr gefreut, meine Nachbarin und Freundin wiederzusehen. Koffer & Co. ins Auto, und nach 2 Minuten Fahrtzeit Ankunft zuhause. Wie immer alles dank ihr in Ordnung. Die Sonne blieb den Nachmittag über. Ausräumen – Koffer in Keller, schon sah die Wohnung wie vorher aus.

Hiermit enden nun meine Notizen für diese 3 Wochen. Nichts Aufregendes, doch neue Eindrücke, ein schöner Urlaub. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!





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