Montag, 25.08.2014
Koffer steht fertig gepackt im
Flur bereit – es ist 05.10 h, der Wecker hat mich erbarmungslos aus einem
unruhigen Schlaf geholt. Morgenimbiss steht bereit. Danach der Versuch, mich
aus dem Zustand einer verschlafenen Rentnerin halbwegs in eine reisefertige
Touristin zu verwandeln … Zeit vergeht fix. Letzter Blick durch die Wohnung,
nix vergessen, raus aus der Tür – rein ins Taxi.
Pünktlich erreiche ich den Zug
in Richtung Braunschweig – Berlin.
Umstieg in Braunschweig, mit ICE bis
Berlin-Ostbahnhof, wieder Aufenthalt, weiter bis zum Flug Berlin-Schönefeld.
Viiiiel Zeit habe ich noch. Orientierung, wo Abflug. – Im Anbau D werden
Condor-Flüge abgefertigt. Es ist etwa 11.00 h, als ich mich vor dem
Flugschalter D40 aufbaue. Vor mir stehen 4 Fluggäste mit Riesengepäck. Die zwei
Männer sind Tauchgefährten, daher das Zusatzgepäck. Mutter, Vater + Tochter und
der junge Tauchfreund. Wir kommen ins Gespräch und bleiben bis zur Ankunft in
Hurghada zusammen. – Nach dem Einchecken setzen wir uns in ein Café¸ ein guter
Kaffee kommt gerade recht. Viele Fragen von den vieren kann ich beantworten… es
wird nicht langweilig.
Am Gate 11 angekommen, heißt es
…. warten! Mit Verspätung gehen wir – zu Fuß – an Bord unseres AirBus A
321-200. Mein Platz – wie üblich – ist 3D, meine Tauchfreunde sind in Reihe 7
plaziert. Wieder – abwarten! Der Captain
persönlich greift nach etlichen Minuten zum Mikro, teilt mit, dass „das
Förderband für unsere Koffer ins Flugzeug gerissen sei“, naja…! Nach längerem
seine 2. Ansage, dass die „Mitarbeiter
des Flugplatzes Schichtwechsel hatten und die restlichen Koffer“ einfach auf
den Koffer auf den Ladewagen liegen lassen. Wooow, welch erhellende Info!
Mit 45 Min. Verspätung hob dann
die Maschine ab, vollbesetzt… Auf dem Flug diesmal wenige Infos vom Captain
oder vom Co. Dafür erreichten wir Hurghada mit nur 10 Min. Verspätung.
Einreisekarte – Pass – 20 Euro für Visum am Schalter abgegeben, Visum – und ab
zur Kofferausgabe. Mehrere deutsche Flüge und aus anderem osteuropäischen Ländern
auf 2 Bändern, von denen eins defekt war. Mein Koffer war schnell entdeckt, und
am Band sehe ich eine Dame neben mir, die ich zuletzt vor einem Jahr hier sah.
Sie hatte mich damals aus einem Forum als Admini gelöscht und blockiert. – Doch
inzwischen habe ich viele Infos erhalten. Mir war es zu albern, ihr noch etwas
nachzutragen. Ich sprach sie mit Vornamen in Sie-Form an. Sie konnte mich wohl
nicht einordnen. Nun nannte ich ihren und meinen Nachnamen, sie wusste, wer ich
war. Irgendetwas brachte mich dazu, ihr einfach anzubieten, nochmals ganz neu
anzufangen, jenseits von allem, was im letzten Jahr gewesen war. Sie lachte,
das Eis war gebrochen. Sie wollte mich im Forum „entblocken“. Mal schauen, wenn
ich online bin, ob sie es gemacht hat. Kurzer Abschied, nichts wie raus aus dem
Gebäude. Draußen stand meine Freundin, ich war so froh, sie zu sehen.
Viel gab es auf dem Weg in ihr
Haus zu erzählen. Wir hatten uns 3,5 Monate nicht gesehen. Nach 20.00 h Ankunft
zuhause, schnell ein Getränk her – und dann schnatterten wir bis Mitternacht.
Todmüde fiel ich dann ins Bett, durch die Hitze schlief ich – trotz Klimaanlage
– erst gegen Morgen ein.
Dienstag, 26. August 2014
Mein Faulenzer-Dasein nimmt
weiter seinen Lauf – nach Dusche runter zu meiner Hundefreundin…. und
stürmische Begrüßung durch 8 Haushunde und einen bildschönen Gast-Hund. Der
Vormittag verging mit Small-talk mit meiner Gastgeberin und Tochter und deren
jungem Welpen. Zwischendurch kümmert sich meine Freundin um ihre Tiere,
füttert, gibt Wasser, entfernt Zecken, kurz: sie tut alles, damit es ihrer
Hundegang mehr als gut geht!
Mich freut’s, dass mein Urlaub
wirklich mit viel Nixtun begonnen hat – abgesehen davon, dass ich bei dieser Hitze sowieso kaum zu
aktivem Tun fähig wäre. So bekomme ich viel
vom alltäglichen Tun mit, was ein Leben mit Hunden in Haus und Garten so
mit sich bringt. Ich bewundere meine
Freundin, die ihren Alltag und ihr Leben komplett auf den Tierschutz und
Tierrettung hier in Hurghada eingestellt hat. – Mal schauen, was die nächsten 2
Tage hier noch geschieht. – Alle Tiere, die mir durch Facebook und das Forum
dort bekannt und vertraut sind, bekomme ich live mit. Es wuselt, wimmelt immer
irgendwo im Hause. „Portionsweise“ werden die Hunde in den Garten dirigiert –
alle Rassen, Welpen und Junghunde…. eine/r immer putziger als der/die andere!
Jetzt gegen Abend – nach
herrlichem Sonnenuntergang bei noch immer hohen Wärmegraden – bin ich kurz
draußen mit der Hundegang im Garten. Die fühlen sich pudelwohl, können Löcher
graben, herumjagen – kurz: ein wahres Hundeleben!
Morgen wollen wir abends mal
raus und zur Mamsha in eines der vielen Restaurants, vielleicht mal auf eine
Pasta und ein Bier! Wir werden sehen, ich bin heute faul gewesen! – So geht der
Tag zu Ende, ich bin geschafft, obwohl
ich nichts Produktives vollbracht habe. Gute Nacht!
Mittwoch, 27. August 2014
2. Tag in der „Villa Mama –
Hilfe für 4 Pfoten“. Wieder eine überaus freundlich-schwanzwedelnde
Morgenbegrüßung durch Lotta, Schröderchen, Maja, Noubi, Hope, Loui, Uschi und Dreibeinlein
Feivel. – Heute habe ich wirklich mitbekommen, was meine Freundin hier so für
die Hunde tagein, tagaus leistet. Ich hocke fast den ganzen Tag hier in der
großen klimatisierten Halle, bekomme wenig von der Tageshitze mit. Die Hunde
liegen ebenfalls stundenweise einfach nur auf dem Marmorboden und dösen vor
sich hin, unterbrochen von Futterpausen, Medikamentengaben …. und vielfachen
Streicheleinheiten. Da der große Garten von den Hunden als Spielplatz und
beliebter Ort für Buddelei besetzt wird, ist tägliches Reinigen im gesamten
Gartenareal + Wässern der Rasenflächen, Büsche und Bäume angesagt. Während ich
frühmorgens – um 04.00 h / 05.00 h – noch den Schlaf der Gerechten schlafe,
geht unsere Mama unserer 8 Rabauken in den Garten, sammelt mehrfach täglich
Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ein und reinigt Haus und Garten. Alle
ihre Vierbeiner gehorchen aufs Wort, bis auf die Kleinste, Lotta, Liebling von
Mama und allen Besuchern, die ins Haus kommen, einfach¸ weil sie auch als
„Nesthäkchen“ in der Villa so knuddlig anzuschauen ist.
Die Vermittlung der
Pflege-Tiere, die größtenteils ausgesetzt, manche angefahren wurden¸ teilweise
in Müll-Containern „entsorgt“ wurden¸ ist langwierig und unterliegt strengsten
gesetzlichen Auflagen und bringt meist beträchtliche Kosten mit sich – bestes
Trockenfutter, Vitamin-Beigaben und Zusatz- oder Welpennahrung – Kosten beim Tierarzt wegen
Blutentnahmen, Untersuchungen, Impfungen, Chipsimplantation, Titerbestimmungen in
Deutschland - und – und – und: ICH wäre dazu nicht fähig. Umso mehr bewundere
ich meine Freundin und Tierschützerin. Alle Fellnasen und Notfälle finden hier ein liebevolles Zuhause
auf Zeit – manche sogar auf Dauer.
Abends machten wir uns dann –
nachdem alle lieben Tierchen versorgt waren – auf, um mal in Richtung Mamsha zu
fahren. Wir landeten im „MeshMesha“ an der Esplanada Mall. Ein hübsches
Restaurant an der Straße – die Bedienung war freundlich, das Essen halt auf
Touristen ausgerichtet, doch genießbar. Auf nichts hatte ich mich so gefreut
wie auf Thunfisch-Salat und ein frisches Sakkara-Bier dazu! Nach dem Essen
schauten wir 2 Stunden lang dem quirligen Treiben links und rechts auf der
Straße zu …. Es machte Spaß, den Einheimischen und Touristen zuzuschauen. Zum
Glück kommen wieder mehr Touristen… doch lange nicht genug, um die
Tourismus-Industrie in Ägypten wieder zu einem notwendigen Devisenbringer zu
machen.
Gegen 21.00 Uhr war Heimfahrt
in Richtung Magawish angesagt. Der Taxler fuhr nicht direkt, sondern „um den
Pudding“, was meine Freundin mit einem geringeren Trinkgeld „belohnte“. Sie
lebt lange in Hurghada und kennt die An- und Abfahrtswege sehr gut…
Zuhause wieder war eine
stürmische Begrüßung durch die Hundebande angesagt = 9 kleine und große
Vierbeiner wuselten um uns herum, herrlich! Wir schnatterten noch eine Weile,
doch es wurde nicht zu spät, meine
Gastgeberin ist wegen der Tiere allmorgendlich zwischen 04.00 h und 05.00 h auf
und kümmert sich um ihre Hundebande.
Donnerstag, 28. August 2014
Heute nun geht mein „Gastspiel“
bei meiner Freundin zu Ende: ab heute ist Umzug in mein zeitweises Zuhause in
ein Apartment nahe dem Beirut-Hotel angesagt. Schon die Bilder im Internet gefielen mir, genau wie
die klare Info, die ich von der netten polnischen Vermieterin erhielt. Vormittags
bekam meine Freundin noch Besuch. So hatten wir 3 Frauen viel Gelegenheit, über
die Probleme der Tierhaltung bzw. der (Not-)-Aufnahme von verwahrlosten,
halbtot geschlagenen und z.B. in Mülltüten „entsorgten“ Tierkindern zu
sprechen. Unglaublich – unmenschlich, kurz: unfassbar, was ich da so hören
musste. Auch unsere Besucherin war sofort Mittelpunkt der ganzen Rasselbande. Tiere
haben eine ziemlich untrügliche „Nase“ für Menschen, und wir bekamen sofort
mit, wie tierlieb und den Hunden zugewandt unser Vormittagsbesuch war. Gegen
Mittag verschwand ich zum Packen ins Gästezimmer- und dann ging es zurück nach
Hurghada-Stadt zu meinem End-Domizil für diesen Urlaub. - - - An dieser Stelle
endet mein Bericht in der „Villa Mama“.
Am frühen Nachmittag ging es
mit meinem Gepäck dann in Richtung Arabia-Dahar. Die Unterkunft liegt in einem
großen Gebäudekomplex nahe dem Beirut-Hotel. Per SMS hatte ich meiner
Vermieterin unseren Treffpunkt in einem
Café genannt. Wir zwei nutzten die Gelegenheit zu einer kurzen Kaffee- und
Kuchenpause. Kurz darauf trudelte meine nette Apartment-Vermieterin ein.
Abschied von meiner Freundin, Koffer und Gepäck geschnappt und ab ins
Apartment. – Es war so, wie ich es auf der Webseite gesehen hatte, ein sehr
komfortables und – vor allem – sehr sauberes Ambiente mit allen
Annehmlichkeiten, die ich von zuhause kenne. Kurze Einweisung in die „Technik“
der Wohnung. Danach fix die finanziellen Dinge erledigt, und nun konnte ich ans
Kofferauspacken gehen. – Nach Abenddusche ab ins Taxi und in mein altes
Stammlokal. Ich mal wieder „von hinten ran“ – neeeeeheee, nicht das! -, sondern
Begrüßung meines Lieblingskellners, der mich nach Umarmung gar nicht mehr
loslassen wollte. Ich habe mich sehr gefreut, ihn so oft während der letzten 3
Jahre wiederzusehen.
Auch hier wieder mein
„Stamm-Abendimbiss“, jaahaaa, Thunfisch fand wieder den Weg zu mir… Diesmal
blieb ich nicht allzu lange. Zuhause erhielt ich Info, dass meine Freundin am
nächsten Vormittag zu mir ins Apartment kommen wollte. Also ab ins Bettchen und
auf Schnarchdienst geschaltet…. Gute Nacht!
Freitag, 29. August 2014
Irgendwie musste ich mich erst
wieder umgewöhnen, andere Unterkunft – andere Geräusche in diesem großen
Apartmenthaus – mit zur Zeit vielen Familien mit noch mehr Kindern. Ferien sind
noch bis 20. September…. Das wird noch einige Unruhe geben. Den hauseigenen
Swimmingpool, die Liegen oder Sitzgelegenheiten sind für Europäer nicht
nutzbar, da sie ab dem frühen Morgen von Großfamilien „heimgesucht“ werden…
Meine Freundin kam pünktlich –
auf die Minute – um 11.00 Uhr. Ich wusste nicht, dass es im Haus zwei
Apartments mit gleicher Apt.-Nummer gibt… nun wusste sie jedenfalls, wie sie
mich findet. Herzliche Begrüßung nach 3 ½ Monaten – ein bisschen Smalltalk,
dann rein erst in die herrschende Gluthitze … und in ein Auto, auf dessen Dach
oder Motorhaube man hätte Eier braten können. Wir dampften beide, als wir nach
kurzer Fahrt zuerst in der Apotheke und etwas weiter im einheimischen
El-Zanosi-Supermärktlein landeten. Hier kaufen Einheimische – und meine
Freundin und ich – sehr gern ein. Wir bekommen bis auf Obst und Gemüse – dort
alles Notwendige. So unterstütze ich die Einheimischen – und es ist günstiger
als bei Metro oder Spinney’s. Mit einigen prallen Tüten ging’s weiter in einem kleinen
Obst-/Gemüseladen. Selten fand ich auf so wenig Raum eine solche Vielfalt mit
unterschiedlichen Gemüse- und Obstsorten, alle einladend aufgebaut. Gurken,
Tomaten und Obst galt mein Augenmerk.
Auch das waren wieder einige Kilos… wieder neue Tüten. Und dann fix nach Hause!
– Kurze Fahrt – ein bissel Parkplatzsuche, leider nur ein sonniges Plätzchen.
Kofferraum leergeräumt und dann nix wie ab über etliche Treppen zum Lift und ab
in den 2. Stock.
Dort schnell alles in den
Kühlschrank und dann für ein langes Spätfrühstück den Tisch gedeckt – m i t
Meerblick, zu schön! Tagsüber wechselt die Meeresfarbe, ein Blick hinüber zur
nahegelegenen Insel, einfach überwältigend… ich bin so froh, hier zu sein.
Wir zwei hatten natürlich jeder
eine Wundertüte voll zu erzählen…. Am frühen Nachmittag verabschiedete sich
meine Freundin. Morgen wollen wir uns wieder bei mir treffen, erst hier
gemeinsam mit frischen (deutschen) Brötchen frühstücken – und dann ab nach
Sekalla, um meinen Internetstick + Mobiltelefon aufladen, damit ich endlich!
diese „ges(t)ammelten Werke“ in meinem Urlaubsblog ins Internet stellen kann. –
Also bis später, spätestens bis morgen….
Samstag, 30. August 2014
Nun ist Samstag – mein 2. Tag
im Apartment ohne Internet – nur über kümmerliche 12 MB pro Tag via Smartphone,
neee, das bin NICHT ich! So wartete ich vormittags auf meine Freundin. Sie
brachte frische Brötchen mit, und ich habe den Tisch – mit mehr MEER-Blick! –
gedeckt. Aus dem kurzen wurde erneut ein
langes Frühstück – es gab so viel zu erzählen. – Am frühen Nachmittag fuhren
wir nach Sekalla in den Telefonladen am Bella Vista Hotel. Der Mann meiner
Freundin wartete auf uns. Leider konnte er uns aus Zeitgründen nicht am
Nachmittag begleiten. Also fix die Internet- und Mobilfon-Aufladung erledigt –
Frage: Was jetzt? Meine Freundin lebt seit
seit Jahrzehnten und war noch n i e in der „Caribbean Bar“ im Bella Vista Hotel.
Also einmal quer über zwei belebte Straßen laufen und ab ins Hotel rein –
durchs Hotel und dann immer links bis zum Strand. Es war relativ ruhig in der
Bar. Strand und Pool waren voll mit Gästen. Wir setzten uns etwa mittig in der
Bar an einen Tisch am Wasser. Einfach nur schön¸ die Sonne und die Meeresbrise
zu genießen. Bestellung aufgegeben und dann nur noch genießen – die schöne
Umgebung – das ganze Drumherum war Entspannung und Urlaubsstimmung pur. Später
kamen noch der Barchef sowie sein Freund zu uns an den Tisch, kurzer Smalltalk.
Chef und Freund wollten essen, guten Appetit.
Über zwei Stunden saßen wir so
entspannt dort. Später versuchte ich noch, mit meiner MasterCard Geld zu
ziehen, zwei vergebliche Versuche – offensichtlich war kein Bargeld mehr für
mich übrig… Abends blieb ich zuhause. Das Apartment war und ist so bequem und
gemütlich, dass ich mich vorhin „auf Zuhause“ freute. Morgen gibt’s Neues. Wir
wollen evtl. an den Strand. Also – schönen Abend!
Sonntag, 31. August 2014
Heute Nacht hatte sich mein
Körper die Ruhe und die Stunden Schlaf geholt, die mir in den letzten Tagen
entgangen waren. Und – wie üblich erwischte mich mal wieder Pharaohs Rache. Es
konnten nur die Eiswürfel in dem ausgezeichneten „Mojito-Cocktail“ gewesen
sein, die mir den Rest gegeben hatten… Zum Glück hatte ich noch Antinal vom
letzten Mal, gleich 2 eingenommen, so hatte ich nachts wenigstens Ruhe…. - Vormittags fühlte ich mich – altbekanntes
Gefühl – wie durch den Fleischwolf gedreht. Also war Zuhausebleiben angesagt.
Es waren wohl wirklich die
Eiswürfel – meine Freundin, die diesen an sich köstlichen Cocktail mit
„vernichtet“ hatte, klagte ebenfalls über eine unaussprechliche Anziehung ihres
wohnungseigenen „Örtchens“… Also vergessen wir die restlichen Stunden dieses
Sonntags. Er zieht nix Gutes nach sich…
Montag, 01. September 2014
Heute war für meine Freundin
und mich – sofern „local“- bzw. „lokus“-unabhängig – wieder ein Action-Tag
angesagt. Ja, Antinal und meine selbst zusammengepanschte Elektrolyte-Lösung
taten das Übrige, um mich fit in den Morgen und gleich gegenüber meinem
Apartment ins Café fallen zu lassen. Frühstück bestellt – meine Freundin kurvte
schwungvoll ihren Wagen in den Schatten… und wartete brav, bis ich meine
Morgenmahlzeit intus hatte. Soooo – Frage: Und wat nu? Sie wollte unbedingt mal
meine Backkünste kennenlernen. Also rein in einem Gemüseladen und Äpfel für den
Kuchen sowie Tomaten für eine abendliche Sauce Bolognese erstanden. Zwiebeln
und Knoblauch wurden später nachgekauft, da auch benötigt, doch im Haushalt
meiner Freundin ausgegangen. Wenn ich mir so überlege, was sie da für LE 45,00
so an Gemüse und Obst heranschleppte…. Für unsere Vorstellungen wenig, ca. 4,50
Euro. Für Einheimische eine ganze Menge Geld… ich komme da immer ins Um- und
Gegenrechnen. Man kann jedoch Äppel nicht mit Birnen vergleichen…
So fuhren wir dann mit unseren
Einkäufen zu ihr nach Hause. Nach dem Auspacken – woowww – erst mal alle Viere
von uns gestreckt und die Nasen in Richtung Klimagerät hingehalten. Kurze Pause
– dann Arbeitsteilung. Ich verzog mich – da ich aufgrund meines kaputten
rechten Knies nicht lange stehen konnte – mit Messer, Schüssel, Schneidbrett
und Massen von Äpfeln ins Esszimmer zurück. Meine Freundin bereitete den Teig
vor – und nachdem ich gefühlte 1.000 Apfelspalten im Zitronenwasser der
Schüssel versenkt hatte - , nun ging’s ans Eingemachte! Meine Freundin und ihr
Sohn legten nun auf den Teig in der Kuchenform schichtweise die Äpfel. Danach
der große Moment – Einschub in den gasbetriebenen Herd – leider ohne jeglichen
Erfolg, dat Ding mittels Gasanzünder oder auch Kerze (grob fahrlässig!,
funktionierte auch nicht) bzw. angezündetem Papierwickel den Gasherd zum
Anspringen zu veranlassen – und nuuuu? – Wie geht, dass meine Freundin nette
Nachbarn hat. Also Sohn mit der Springform an die Wohnungstür der Nachbarn
geschickt – und er wurde den Kuchen zwecks „Fremdbackens“ sogar los. Allerdings
hatten die lieben Nachbarn wohl von dieser Form, Kuchen zuzubereiten, nicht
allzu viel Ahnung – oder deren Gasofen
wollte nix Fremdzubackendes! Bleibt mir bis heute unverständlich. DREIMAL wurde
also Freundins Sohn nebenan geschickt, kam dann mit heißem – nicht garem –
Kuchen zurück….so dass aus der Backzeit von ca. 50-60 Minuten fast 2 Stunden
wurden. ENDLICH holten wir unseren fremdgegangenen Apfelkuchen zu uns zurück.
Das Ergebnis habe ich ja gestern in einer Chronik festgetackert. Der Kuchen
zeigte sich insgesamt etwas blass, doch
ob der waltenden Zwangs-Fremderwärmung in unbekannten Gefilden konnte ich das
nachvollziehen…. Zum Essen oder Probieren, no chance, viel zu heiß noch…. Also
der nächste Gedanken: WAS essen wir heute zum Abendessen? Ich memorierte so mit
mir selbst herum – ja: vegetarische
Sauce Bolognese. Tomaten waren mehr als genug da – die Zwiebeln hatten bis auf
2 ihr Dasein aufgegeben, und Knobi glänzte völlig durch Nichtvorhandensein.
Wieder wurde Freundins Sohn
aktiviert (der viel lieber weiter mit Freund im Internet surfen wollte…), der
fix zum Zwiebel- und Knobi-Kauf vergattert wurde – später nochmals wegen Öl und
Ketchup… - Ich hoffe, der junge Mann sieht
uns älterem Semester unsere zeitweilig eintretenden Anfälle von Alz- oder
Hildesheimer o.ä. nach! – Also entschwand ich erneut zum Schnibbeln – jetzt von
Tomaten in kleinste Würfelchen. Der Riesenpott mit diesen Winzlingen von
Tomatenstücken füllte sich, ich trug diese glücklich in die Küche, wo sich in
einem RIESENpott bereits Öl, Zwiebeln und Knoblauch breitgemacht hatten – und
einen entsprechend starken Duft versprühten! Meiner Freundin hatte ich vorher
lässig als Info vom Esszimmer in die Küche rübergeschallt…. Bitte die Zwiebeln
mit Öl u n d 3 bis 4 Knobi-Zehen anzubraten. Tja, frau
sollte alles in der Küche persönlich weitergeben… großzügig wie meine gelernte
Köchin-Freundin für ein 5-Sterne-Restaurant es gewohnt war…. Sie dachte in
großen Mengen. Also durften 4 ganze Knobis ihr Leben lassen, nochmals mit Öl in
einem Pott zerkleinert…. Wäre ich nicht vorher eingeschritten, würde diese
Knobi-Menge ganze Heerscharen von Familien oder Sippen wochenlang in eine
geschmackliche Genickstarre versetzt haben. Glück gehabt! – Also zwei Esslöffel
von diesem Höllengebräu in den Pott und die Tomatenstücken drüber. Das köchelte
nun 15 Minuten vor sich. Meine Freundin kippte dann eine Flasche Ketchup dazu…
da war kein Nachwürzen nötig. Nudeln waren ebenfalls gleich kiloweise in einem
2. Riesenpott zubereitet. Ich muss wirklich sagen, die Bolognese-Pampe hat
allen gut geschmeckt. Wat ein Glück, dass wir alle an diesem Abend KEINE
Rendez-vous o.ä. geplant hatten, sonst …. Egal, wir hätten in jeder Bar einen
freien Platz – wegen Landflucht der Anwesenden – gefunden….
So gab es ein gutes Essen –
anschl. mit Kaffee und Kuchen. – Wieder mal hatte ich einen Tag in „meiner“
deutsch-ägyptischen Familie verlebt. Naja, manche/r wird sagen: DAS nennt sie
„Urlaub“? Dafür fliegt jemand über 3.000 km von D. nach Ägypten? – JAHAAAA –
mit Nachdruck. Ich darf wg. perforierter Trommelfelle nicht tauchen oder meine
Ohrwatscheln überhaupt ungeschützt unter Wasser bringen – schwimme nur wie ein
bleierne Ente, weil bekanntlich Fett oben schwimmt – weiterhin habe ich keine
Schwimmhäute zwischen den Zehen. Keine weiteren Kommentare als Erklär-Bär.
Gegen 21.00 Uhr brachte mich
Freundins Mann nach Hause. Auch ihn umwaberte ein leiser Duft von Knobi – denn
auch er hatte sich abends ein Portiönchen dieser knobi-lastigen Bolognese-Sauce
gegönnt… Ziemlich fix fand ich mich im Bettchen wider, vielleicht macht Knobi
auch noch müde, ich weiß es nicht – gute Nacht – bis morgen!
Dienstag, 02. September 2014
Heute wollte ich die
Waschmaschine anwerfen – Faulheit komm vor! Also ließ ich Waschmaschine
Waschmaschine sein. – Um 12.00 Uhr kam eine weitere Freundin zu mir zu Besuch.
Also Tablett für ein Käffchen vorbereitet – gut gedacht, war in Ordnung so! –
Sage und schreibe bis etwa 18.30 h hielt es uns bei Kaffee und stundenlangen
Gesprächen. Wir hatten uns einige Monate nicht gesehen, nachvollziehbar, was
sich da angesammelt hatte. Wäsche lag auch abends da….. das kann warten. Morgen
– Mittwoch – ist Frühstück mit Freundin in einem anderen Café angesagt. Darüber
dann mal mehr. Es ist jetzt nach 22.00 Uhr. Für heute reicht’s, gelle! …
Mittwoch, 03. September 2014
„Frühstück“ – da war doch was,
gelle? Ich hatte in Facebook gelesen, dass es ab 01.09.2014 im deutschen
Restaurant in Dahar wieder ab 10.00 h ein Frühstücks-Angebot gibt… das wollten
sich meine Freundin und ich nicht entgehen lassen. Also fiel ich morgens eher
als sonst aus meinem äußerst bequemen Bettchen. Wie üblich aufgebrezelt…. wenn
ich denn „meine Hütte“ verlasse. 3 Min. per Taxe… nachdem ich wie ein Hirni auf
ein leeres Taxi auf der sonnenheißen Straße gewartet hatte. War wie üblich zu
früh da, meine Freundin kam kurz nach mir an – Plätzchen im Biergarten im
Schatten gesucht - Frage der Chefin gern
für 2x Frühstück bejaht. In Erwartung dessen schnatterten wir über dies und
das, und dann setzte uns die Chefin 2 ansprechend dekorierte Teller mit
liebevoll belegten und appetitlich aussehenden Brötchen hin. FRISCHE Brötchen,
ein „normales“ helles und ein knuspriges Laugenbrötchen. Meine Freundin liebt
Mohn – da war doch was mit dem Mohn, was der angeblich macht? – also, ähem, sie
bekam ihr Mohnbrötchen. Dazu frisch gepresster O-Saft, sehr gut, ein Eilein und
eine gute Tasse Filterkaffee. Und das für LE 29,00. – Ich denke doch, dass das ein weiteres
„Zugpferd“ im Menüangebot des deutschen Restaurants werden wird. Aus der einen
Tasse Kaffee wurden mehrere… die Chefin informierte uns, dass wir auch gern den
Tag am Pool des direkt dahinter liegenden Hotels verbringen könnten:
Tagesnutzung nur LE 15,00/Person. Das ist eine äußerst faire Gebühr, wenn ich
mir die rasant gestiegenen Tagespreise für Pool- oder Strandbenutzung an
öffentlichen Stränden oder in Hotels anschaue
- und der Vorteil…. Die „Futterkrippe“ ist 10 m entfernt. Nachdem wir 2!
Stunden mit Futtergenuss und Schwatzerei verbracht hatten, die Entscheidung,
fix nach Hause zu fahren und die Badeklamotten zu holen. Gesagt – getan! So
kurvten wir gegen 13.00 Uhr wieder vors Restaurant …. nix wie ab nach hinten
zum Hotelpool – menschenleer. Später gesellten sich eine Mama mit ihrer
bezaubernden 6jährigen deutsch-ägyptischen Tochter zu uns. Die Kleine war beste
Unterhaltung für uns drei Frauen. Selten habe ich einen soooo süßen,
naseweis-altklugen Fratz gesehen. „Altklug“ jedoch nicht wörtlich nehmen; die
Lütte war einfach nur genial und einmalig in ihrer Art…. und bildhübsch.
Sie hatten ihren letzten Tag
hier und wollten noch zu Freunden auf Abschiedstour gehen. So folgten wir gern
de Ruf des Kellners, der uns über frischen Pflaumenkuchen mit Sahne und Kaffee
informierte. Bestellung – schnell standen wieder 2 Kalorienbomben (s.o.) vor
uns und fanden umgehend in uns Platz. Vielleicht benötige ich beim Rückflug
dann doch 2 Sitze nebeneinander… Gegen
17.30 h dann Aufbruch – noch Einkäufe auf dem Rückweg und dann ab nach Hause. Meine Wäsche, die ich schon seit gestern (in
Gedanken) in die Maschine stecken wollte, wurde nun endlich in Angriff
genommen. Jetzt – das Spiel Deutschland gegen Argentinien beginnt gleich – ist
Feierabend! Die Wäsche hängt draußen auf dem Balkon. Ich habe das Gefühl,
einerseits im Urlaub, andererseits
zuhause zu sein. Mir ist’s schon
wichtig, ein Zuhause auf Zeit zu haben, und das ist hier wirklich der Fall.
Da ich mein Passwort für meinen
Reiseblog nicht mehr erinnere – es wird wohl doch Alz- oder Hildesheimer o.ä. sein -, werde ich diese N o
t i z e n der ersten 1 0 T a g e an meine Chronik tackern.
Lest es gern – macht Euch Gedanken dazu oder auch keine – wundert Euch
über die banalen Aussagen dieses „Urlaubes“… und scrollt weiter, wenn’s zu
langweilig wird. In anderen Chroniken werdet Ihr sicher mit weiteren
Sensationen oder Außergewöhnlichkeiten verwöhnt. In diesem Sinne – viel Spaß! –
Das hat sich ja nun erübrigt, da ich heute – 01.10.2014 – am heimischen
PC sitze, wo das Passwort bereits beim Seitenaufruf eingespeichert ist…
Donnerstag, 04. September 2014 - stromlos... -
Schon früh war mir klar – das
war ein besonderer Tag. Einerseits feierte meine Schwester 3.200 km entfernt
ihren Geburtstag. Ich hatte ihr über www.seelenfarben.de
pünktlich zu diesem Tag eine hübsche Email-Glückwunschkarte von D. aus
geschrieben, Versanddatum 04.09. –
Als ich dann dem Bette
entwichen war, schwante mir einiges – Klimaanlage aus – kein Licht – zum Glück
lief wenigstens Wasser. Tjaaaa, halt Stromausfall, der sich an diesem frühen
Morgen über große Teile von Ägypten erstreckte – Kairo, Alexandria und hier entlang am Roten Meer. Mal kürzere, hier
allerdings eine sehr lange Phase, um die 12 Stunden. Wohl den Hotels und
Restaurants, die ihre Tiefkühlanlagen, Klimageräte und Ähnliches mit
Notstromaggregaten weiterbetreiben konnten. In vielen Geschäften hörte ich,
dass viele Waren nur noch weggeworfen werden konnten, was sicher auch auf
zahlreiche Haushalte zutraf.
Also – kein Kaffee – deshalb
fix rein in ein Taxi, ab nach Dahar zu Regina ins Restaurant. Sie hatte zum
Glück Elektrizität. Also erhielt ich dort ein gutes Frühstück mit Kaffee, und
meine Urlaubswelt war in Ordnung. Später kam meine Freundin, wir zogen uns mit
einigen Freunden an den nahegelegenen Hotelpool zurück – und hatten ihn fast
ganztags allein für uns. Nachmittags zur Kaffeepause ein wohlverdientes Stück
frischen Pflaumenkuchen + Sahne – und für mich Kamillentee, da mich ab Mittag
wieder altbekannte ungute Bauchgefühle plagten.
Spätnachmittags ging es ab nach
Hause. Weitere Einzelheiten erspare ich uns hier. Nach 18.30 h hatten wir dann
wieder Strom. Den Abend verbrachte ich liegend – TV sehend und lesend. Gute
Nacht – ja, wurde es, mit 2 Antinal intus….
Freitag, 05. September 2014
Den heutigen Tag verbrachte ich
hier solo in der Wohnung. Gegen 16.20 h muckerte kurz der Strom für einige
Minuten, doch zur Zeit läuft wieder alles …. bis zur nächsten Unterbrechung.
Für meinen Allgemeinzustand war das recht förderlich. Längere Außenaktivitäten
hätte ich heute nicht unternommen…. So ging auch dieser Freitag in Ruhe, mal
lesend auf dem Balkon, mal dösend auf der Couch – und abends „das ZDF
inhalierend“ zu Ende. Also heute: keine Spesen, nix gewesen, sozusagen!
Samstag, 06. September 2014
Meine Freundin wartete auf
meinen Anruf, um zu erfahren, wann ich heute wieder in Richtung Hotelpool
bewegen würde. Ich zögerte das bewusst noch ein bisschen hinaus. Meine
„Anti-Pharaoh-Tabletten“ waren inzwischen nicht mehr vorrätig. Also – bevor ich
mich weiteren schwimmtechnischen Verrenkungen o.a.m. hingab, hieß es, Antinal
zu besorgen. Also raffte ich mich auf, packte Badezeug zusammen und entschwand
eilendmeiner Behausung, stellte mich an den Straßenrand. Flugs war ein Taxi
parat und so fix ab in Richtung meines „Stamm-Apothekers“. Eine 24er-Pkg.
Antinal händigte er mir aus… ich zahlte und ging einige Schritte weiter in
meine Stamm“pinte“. Dort wurde ich wie üblich von meinem Lieblingskellner
herzlich begrüßt. Antinal in der Hand,
bringt Dich durchs ganze Land….sozusagen. Er orderte Tee mit Zitrone für mich,
und – da ich wohl ziemlich abgemickert – hungrig aussah, gleich eine Portion
Spaghetti Bolognese. Gleich 2 x Antinal eingeworfen – innerhalb kurzer Zeit
hörte das Zementgefühl im Magen auf… Hinterher zog’s mich dann doch zum Hotelpool, da mich inzwischen
meine Freundin schon fast für „abgängig“ erklärt hatte. So plantschten wir dann
wieder allein im großen Pool herum, eine
Freude, dass wir so ganz in Ruhe schwimmen konnten, ich meist auf „faule Frau
in Rückenlage“ so vor mich hinplätscherte und halt typischer Frauenklatsch
gewechselt wurde. Irgendwann wurde auch meine Freundin vom Hunger heimgesucht.
Also Kleidchen übergeworfen und dann 10 m weiter ins Restaurant. So bequem und
angenehm… sie also was Handfestes bestellt, ich meinen geliebten frischen
Pflaumenkuchen + Sahne + Kaffee.
Am späteren Nachmittag unser
allwöchentlicher Einkauf im einheimischen Supermarkt und dann noch zum
Gemüsehändler. Ich nahm mir diesmal Granatäpfel mit, hier findet man sie
allerortens, bei uns in Deutschland sind sie relativ selten und meist
„sau“teuer! Während ich das hier niederschreibe, ist draußen die Dämmerung zu
sehen, wunderschöne Farben, blassblau
über dem Meer, darüber ein zartes Orange, was ganz oben am Himmel wieder in
einem Zartblau verläuft – überwältigend, tja, der Himmel des Südens, einfach
schön. - So, jetzt rummelt die Waschmaschine ihren letzten Schleudergang – dann
heißt es, die Wäsche noch aufzuhängen. Deshalb schließe ich hier für heute. –
Allen einen schönen Samstagabend!
Sonntag, 07. September 2014
Wieder ein strahlend-sonniger
Morgen, der mir direkt aufs Bett scheint, ich bin zur Langeschläferin mutiert, sooo schön faul,
sooo schönes Nichtstun! – Nach einem kleinen, fettlosen Frühstück kam dann
meine nette Vermieterin, um ihre Restmiete zu holen. Sie ist ein Schatz, die
Wohnung – anders konnte es bei mir auch nicht sein – halte ich gern in Schuss –
es ist fast wie bei mir zuhause. Meine Freundin hatte gestern Äpfel mitgenommen
und für den heutigen Sonntag auch einen Apfelkuchen gebacken. Ich wollte
nachmittags per Taxe zu ihr fahren.
Jetzt – am frühen Nachmittag – informierte ich sie, dass ich ein Kommen
„aus Befindlichkeitsstörungen“ lieber
auf den morgigen Montag – Beginn meiner
letzten Urlaubswoche in Hurghada – verschieben wollte. So nutze ich die Zeit
für Lesen und hier das Aufschreiben meiner Notizen. Alles in allem – ein
ruhiger, sonniger Sonntag!
Montag, 08. September 2014
Mal wieder als Langschläferin
geoutet – gemütlich gefrühstückt - die Sonne lacht in Wohn- und Schlafzimmer!
Irgendwie wird mir schon wieder bewusst, dass ich heute in einer Woche abends
schon wieder im Abflug begriffen sein werde! Schnell ein Blick ins Netbook –
oha, meine nette, junge Studentin aus Kairo (sie hat Germanistik studiert und
schreibt deutschsprachige Artikel für Zeitungen, Magazine) hatte mich nachts in
Facebook kontaktiert und mir einen langen neuen Artikel über „Die toten
Lebenden“ von Kairo schrieb. Hier meinte sie die vielen tausend Menschen, die
in der Totenstadt in den Mausoleen
leben. Sie kommen vom Lande, wollen sich in der Riesenmetropole Kairo ein
neues, besseres Leben aufbauen – und landen dann eben in der Totenstadt von
Kairo. Über diese Thematik hatte ich schon viel gelesen. Doch: meine junge
Freundin begab sich persönlich dorthin und befragte viele Menschen, junge und
alte… der Aufsatz war interessant verfasst, doch lang und für mich fast 2
Stunden vormittags mit vielen Korrekturen verbunden. Dies machte ich nun nicht
erstmalig, sie konnte und kann nichts für Korrekturen zahlen, also erledige ich
das gern kostenfrei für sie. Auch ich lern(t)e so viel über mein schönes
Reiseland Ägypten dazu.
Gegen Mittag war ich fertig,
schickte die Neufassung zurück…. und packte schnellstens meine Badeklamotten
–rein ins Taxi, ab durchs Restaurant in Richtung Hotelpool. Ich war vor meiner
Freundin da – ich hatte ein Badelaken vergessen. Also Anruf, ja, sie war noch
zuhause und brachte mit¸was ich in der Eile vergessen hatte.
Den gesamten Nachmittag hatten
wir den Pool für uns allein, unterbrochen nur von einem zünftigen Mittagessen.
Faules Rumliegen auf der Sonnenliege und zeitweises Wasserplantschen sind ja
soooo anstrengend und machen müde und hungrig. So gaben wir erst dem Hunger
keine Chance und zogen uns mit voller Plautze – ähem, mit gefülltem Magen – auf
die Liegen zurück. Die Steigerung von faul ist fauler – Superlativ: Hurghada –
bei mir jedenfalls. Spätnachmittags nochmals kurzer Rückzug ins Restaurant.
Süffiges neues Getränk: Was äußerst Pinkfarben-Kribbelndes, ist wohl Schweppes
Granatapfel. Naaaja! Es schmeckte schon ganz gut, möchte nicht wissen, wie viel
Zucker in diesem Gesöff enthalten war. Dann brachte mich der Mann meiner
Freundin nach Hause – ja, so fühlte und fühle ich mich hier: ZUHAUSE! Allen
einen schönen Abend – bis bald!
Dienstag, 09. September 2014
Heute begann mein Morgen mit
Rumoren in meinem Innersten – irgendwie stellte sich mein Organismus wohl
darauf ein, alle 2 Tage verrückt zu spielen! Vorsichtshalber setzte ich gleich
einen Riesenpott Tee mit O-Saft + Salz + Zucker an. Das Zeug schmeckte zwar wie
eingeschlafene Füße, doch das Brodeln hört dann – verbunden mit „Einwurf“ von
Antinal - auf. – In Facebook erreichte ich einen Freund in El Gouna. Wir
kannten uns bisher nur durch viele, viele Privatchats, und ich lernte ihn als
integren, zuverlässigen Schreibpartner kennen und schätzen. Er hatte gerade
einen internationalen Kurs für IDDA geleitet und deshalb keine Zeit hatte, sich
mit mir zu treffen.
Eben – gegen Mittag – meldete
sich eine weitere Freundin, die ganz in meiner Nähe wohnt. Nachfrage, ob sie
mir etwas aus Apotheke oder Supermarkt mitbringen könnte. Das fand ich ganz
lieb, s o sieht für mich Freundschaft
und Hilfsbereitschaft aus. Danke, liebe Freundin! - Nachmittags würde ich mich im Schatten auf
den Balkon hocken und an meinem Krimi weiterlesen. – Meine beste Freundin hatte
heute Vormittag einen „Conny-Apfelkuchen“ gebacken. Ihr Mann stellte ein
Prachtfoto davon in Facebook ein. Da müssten meine gesamten vorherigen Bilder,
die ich von meinem „Backergüssen“ schon so oft an meine Chronik getackert
hatte, GELB vor Neid werden. Kompliment, so sorgfältig und pingelig hätte ich
die Apfelspalten nicht im Teig arrangieren können – grrrrrh! Na, dann mal guten
Appetit – leider ohne mich!
Mittwoch, 10. September 2014
Das hätte ich nicht gedacht! Es
wurde und war ein interessanter Tag!
Woooowww – vormittags stand ich erst gegen 09.30 Uhr auf. Am späten Vormittag
rief ich meine Freundin an, um zu erfahren, ob und wann sie mit zum Hotelpool
kommen würde. Nix da – diesmal hatte sie Besuch vom Herrn Pharaoh. Also blieb
ich heute auf mich gestellt. Trotzdem fuhr ich per Taxi gegen Mittag – gestiefelt
und gespornt für den Pooltag – ins dt. Restaurant. Dortens ereilte mich der
dringliche Wunsch nach einem Frühstück. Also mal wieder Vollmampf mit frischen
Brötchen und Kaffee. Hinterher traf ich zwei weitere Freundinnen, die jedoch
„auf Arbeit gebürstet“ schienen, was meinem Urlaubsverhalten naturgemäß
widersprach. Also folgte ich später dem Rat der Chefin, das Gespräch mit einem
weißhaarigen, bebarteten älteren Herrn aufzunehmen, eine höchst interessante
Persönlichkeit. Eckpunkte: 77 Jahre, erfahrener und in der Schweiz durch Presse
usw. wohlbekannter Wissenschaftler, mehrfach verheiratet, 7 eigene Kinder und 2
adoptierte minderjährige Mädchen aus seiner jetzigen Ehe mit einer echten
Bedoui… er kannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik aus dem
gesamten deutschsprachigen Raum. Wenn mir die Kinnlade runterfällt, will das
was heißen! Er führt wissenschaftliche – private – Ausflugstouren zum Mons
Claudianus und Porphyrites durch, lebt mal in einer Villa und mal im Zelt in
der Wüste neben dem seiner Frau! Und seine zwei Adoptivmädchen lernen Deutsch
und Englisch bzw. Französisch in einer engl. Privatschule. Das und viele andere
außergewöhnliche Dinge erfuhr ich von ihm.
Dann kam auch noch meine junge
Abiturientin ins Restaurant, die ich dort vor einigen Tagen kennengelernt
hatte. Sie saß allein am Nebentisch, und ich bat sie an unseren Tisch. Heute
nun verabredeten wir uns für den Abend. Eine junge Dame, gerade 19 Jahre,
hübsch anzusehen und blond, sie fuhr zwar allein hier in den Taxen mit. Doch so
recht traute sie sich nicht in Restaurants, Pubs oder Bars in Hurghada. Um
19.00 h trafen wir uns vor dem Hotel Bella Vista, gingen durch die Hotelanlage
und setzten uns in die Caribbean Bar. Cello, der Chef, war noch nicht da. Doch
mein Lieblingskellner dirigierte uns an einen leeren Tisch. Wir beiden hatten
Appetit auf ein Abendessen. So hatten wir auch noch Gesprächsstoff über dies
und das. Später kam Cello zu uns an den Tisch. Ich machte die zwei miteinander
bekannt und bat ihn, wenn ich weg bin, ein Auge auf meine junge Dame zu haben,
so lange sie zukünftig in die C. Bar kommt.
Er schlug uns noch vor, auch mal
im „Viking“ in der Nähe des „Bombay“-Restaurant vorbeizuschauen. Dies machten
wir auch noch. Gegen 21.30 h war es noch nicht so voll. Ab 22.30 h änderte sich
das….. und Cello kurvte mit seinem neuen Rennrad ins Pub rein! Er hockte sich
bis zu unserem Weggang gegen 23.30 h zu uns an den Tisch. Später kamen zwei
Deutsche hinzu. Ich kannte beide nicht, doch als ich im Gespräch auf ein
bestimmtes Thema kam, stellte ich fest, dass wir einen guten Freund gemeinsam
kannten. S o klein ist manchmal die Welt. – Wenn nichts
dazwischen kommt, werde ich mit dem einen neuen Bekannten am Samstag nach El
Gouna fahren, um unseren gemeinsamen Freund zu besuchen. Ihn kenne ich bisher
nur von Facebook und unzähligen privaten Nachrichten. Es war ein runder schöner
Abend mit alten und neuen Bekannten und Freunden.
Und jetzt mache ich Schluss für
heute. Es ist schon Donnerstag, 11.09., 00.35 Uhr. Es reicht für heute. Bis
später mal!
Donnerstag, 11. September 2014
11.09.! Da fiel mir der Tag vor 13 Jahren ein – das
Attentat auf das WTC World Trade Center, wo so viele Menschen ihr Leben lassen
mussten – wie schnell vergehen die Jahre! Der heutige Donnerstag liegt sozusagen
„offen“ – ich habe keine Ahnung, was ich heute unternehmen werde. Mal sehen,
was meine Freundin gesundheitlich so macht. Kann sein, dass ich heute mal die
Nr. N. probiere = Nix tun. – Bis
später…. Meine Entschlussfassung ist noch unzureichend.
Mittags dann
doch Taxifahrt nach Dahar – Geld am Automaten gezogen. Im nahe gelegenen
Restaurant fielen mir zwei Ägypterinnen, die unterschiedlicher nicht sein
konnten: die eine, wohl älter, trug traditionelle schwarze Kleidung, allerdings
ohne Kopftuch. Die andere sah aus wie aus einem „Alternativ-Journal“
entsprungen. Eine wilde Haarmähne mit schwarzen Korkenzieherlocken, im
Super-Mini, leicht angeschmuddelt, mit ständig wildem Gestikulieren ihrer
Hände, trotzdem irgendwie eine Frau, die auf mich außergewöhnlich wirkte.
Lautes Lachen, eine Einladung in Englisch von ihr an mich, ich möge mich mit an
ihren Tisch setzen. Sie bestellte mir ein Wasser, erzählte, dass sie der
anderen Frau aus Kaffeesatz wohl deren Zukunft lesen wollte, was sie in
Arabisch dann auch tat. Sie unterbrach immer wieder ihr Arabisch, sprach mich
in Englisch darauf an, dass ich wohl gesundheitliche Probleme habe…. Woher
wollte sie das wissen? Plötzlich nahm sie meine rechte Hand und sah sich meine
Handlinien an. Sie sagte mir kurz darauf klar, ich hätte vor 34 oder 35 Jahren
eine ernsthafte Krankheit gehabt, die mir heute noch Probleme machte. Upps –
stimmt: Sarkoidose oder Morbus Boeck ist jederzeit in medizinischen
Nachschlagewerken zu finden. Mein Eindruck, den ich letztlich von ihr hatte, kann
ich nur mit „eindringlich“ in jeder Beziehung bezeichnen. Sie hinterließ mehr
als gespaltene Gefühle in mir, als wir uns freundlich verabschiedeten. Zuletzt
fragte ich nach ihrem Beruf. Sie sagte wörtlich auf Englisch: „Audio-visual
Professionalist“. Tja, wat sagt mir das nun?? Ich weiß es nicht. Sie sei aus
Alexandria und wollte heute noch Kairo und Alex – oder auch nicht…. Sprunghaft,
widersprüchlich, eigenartig, irgendwie magisch diese Frau…. Sie hinterließ in
mir viele Fragezeichen.
Der Nachmittag
war wie so oft lustig und unterhaltsam, Zusammensein mit Bekannten und
Freunden, sie kamen und gingen. Auch den „Professor“ traf ich wieder. Und –
meine Freundin kannte ihn schon seit vielen Jahren. Ja, wenn man jahrzehntelang
in Hurghada lebt, bleibt das nicht aus. HRG ist ein Dorf! – Unser „Professor“
brachte meine Freundin und mich im Wagen jeweils bis zur Haustür. Danke – und
allen einen schönen Abend.
Freitag, 12. September 2014
Heute sollte ich um etliche Gramm an Gewicht verlieren, neee, leider
nicht an meinem opulenten Astralkörper: mein Mittagstermin für meine
Friseurmeisterin in Sekalla stand fest. Vormittags wimmelte ich so faul und
entspannt vor mich, weiterhin meine „bern- oder bäääh-steinfarbene“
Elektrolyse-Flüssigkeit in mich hineingießend… gegen 13.30 h verließ ich meine
Wohnung, Taxi in Richtung des Friseursalons. Für mich war es wie zuhause bei
meiner Friseurmeisterin: ich setzte mich in den Sessel, brauchte nicht viel zu
sagen und überließ alles Weitere meiner Meisterin…. Als ich nach 1,5 Stunden
wirklich gern „ihr Werk“ = meinen Kopf im Spiegel und dem Handspiegel von allen
Seiten begutachten konnte: es war eine Freude! Sich „hingeben zu können“ in
Meister(in)hände, DAS dürfen nur zwei: meine Meisterin zuhause in Deutschland
und ihr ebenbürtiges Pendant hier in HRG! Jetzt kann ich mein Köpfchen wieder
überall reinstecken – nach dem Schnitt und der neuen Farbgebung. Danke, Lisa!
Danach Verabredung im dt. Restaurant – wieder waren meine engsten
Freund(innen) und Vertrauten da oder trudelten am späten Nachmittag. Launiges
an Sprüchen, Tagesdingen ging quer über die Tische. Später kam eine weitere
Dame an unseren Tisch. Sie – als wirkliche Persönlichkeit – Medizinerin mit
einigen Spezialgebieten – Buchautorin u.a.m. – hatte mir im letzten Sommer in
einer sehr persönlichen Sache – zwischen ihren vielen Terminen – 2 Stunden
„freigeschaufelt“ und mir im Laufe dieses tiefgehenden Gespräches einige Male
den Spiegel meines persönlichen Verhaltens bzw. (Nicht-)Handelns vorgehalten.
Noch heute habe ich viele ihrer Anregungen für mich persönlich verinnerlicht.
Menschen mit so viel Aura gibt es selten, natürlich und charmant, gleichzeitig
zielstrebig und Menschen als Ganzheit achtend – wohltuend, selten und kostbar,
mit ihr Zeit zu verbringen, zuzuhören – und anzunehmen, was kommt und gesagt
wurde.
Stundenlang saßen wir zuerst mit unserem „Professor“ zusammen, danach,
als er gegen Abend ging, kam obengenannte Dame. Ich sagte zum Abschluss vor dem
Abschied, dass dies DER schönste Tag während meines Urlaubs war. In dieser
kleiner Freundesgruppe kann ich mich auf sie oder ihn verlassen. Ich benötige
keine große Anzahl von „Freunden“, die sich im Nachhinein als absolute
Luftblasen oder Nieten entpuppen. Weniger ist auf Dauer mehr.
So, es ist jetzt 23.00 Uhr. Das
sollte für heute reichen. Noch 2 Tage für Hotelpool, Gespräche und kürzere
Treffen mit dem oder der anderen – und nächsten Montagabend hebe ich, ähem,
natürlich mein Condor-Flieger nach Berlin.
Einige Nach(t)gedanken werden morgen und übermorgen folgen. Dann wird
der gesamte Wort-Wust (s. oben) an meine Chronik kopiert. Wer es dann bis zum
Ende schafft, nicht vorher an Morbus Schnarch abgenippelt ist, DER oder DIE ist
super!
Samstag, 13. September 2014 – zweitletzter Urlaubstag….
Irgendwie
bin ich – immer hier in Hurghada – in den letzten Tagen von einer Art Unrast
geplagt… einerseits möchte ich meinen Wegbegleitern Auf Wiedersehen sagen….
andererseits nagte – bis heute gegen Mittag – die Ungewissheit: Wie und wo
verbringe ich die Nachtzeit in Berlin nach der Landung? DAS ergab sich nun
inzwischen. Mir wurde von befreundeter Seite „Abholung und Kurz-Nachtasyl“…
angeboten. Da bin ich sehr dankbar. Nach 3 Wochen Urlaub sieht es bei mir so,
dass ich mir ein Hotel nicht leisten könnte – und auch eine Taxenfahrt vom
Südosten Berlins – Schönefeld – bis zum ZOB, dem Zentralen Omnibus-Bahnhof im
Südwesten, Nähe Masurenallee – würde mehr als die eine oder andere Eurone
kosten. Also Danke an mein nettes Paar aus Hellersdorf….
Mittags war ich
im dt. Restaurant, bewaffnet mit allen Utensilien für einen vorletzten Pooltag.
Neee, diesmal klappte es nicht. Ich traf dort auf eine sehr nette Bekannte, die
ich im Juni/Juli 2011 in meiner früheren Stammkneipe in Dahar kennengelernt
hatte. Diesmal hatte sie – getreu ihrem Namen in Facebook – ein Hütchen auf
(Sonnenschutz – nötig, da sie von Sekalla nach Dahar gelaufen war)! - Sie hatte
den in meinem Reiseblog beschriebenen Menschen damals mit gekannt…. hatte mich
gewarnt, ich wollte damals keinen noch so gut gemeinten Ratschlag beachten… Oh,
wie haben wir heute stundenlang in alten und aktuellen Erinnerungen geschwelgt!
Auch „mein Professor“ war nachmittags da und händigte mir ein heute
aufgenommenes Foto von seinem Vortrag über die „Römer in Ägypten“ vor einer
Studentengruppe der TU El Gouna mit persönlicher Widmung aus. Habe mich doch
sehr darüber gefreut. So belesen, so intelligent, neee, da muss ich noch viel lernen,
um mit halbwegs mithalten zu können. Morgen wird er mit einer kleinen
Privatgruppe in die Oase El Malahha fahren,
ca. 160 km von Hurghada entfernt.
Ein
interessanter 2seitiger Bericht darüber von einer früheren Tour ist übrigens im
„Red Sea Bulletin“ Nr. 5/2014 erschienen. Zur Lektüre empfohlen, das Magazin
wird kostenlos in HRG ausgegeben.
So, es ist
jetzt gleich 22.00 Uhr. Es reicht für heute. Morgen ist nun wirklich letzter
Pooltag angesagt. Montag wird gepackt, und abends geht der Condor-Flieger nach
Berlin-Schönefeld. Bis dann!
Sonntag, 14.
September 2014 – letzter (Pool-)Urlaubstag
Heute ist nun
endgültig der letzte „richtige“ Urlaubstag. Morgen- am Montag – heißt es, den Koffer zu packen, nochmal durchs
Apartment schauen, ob alles ordnungsgemäß von mir hinterlassen wird, ca. 14.00 Uhr ist Schlüsselrückgabe vorgesehen . Das
zu m o r g e n ….
Heute war es noch
einmal ein picke-packevoller Tag im dt. Restaurant bei Regina. Die Lieben, mit
denen ich schöne Stunden hier und anderswo in Hurghada verbracht habe, waren
da, bzw. kamen zum gemeinsamen Frühstück. – Meine “Kleene“ – 19 Jahre, aus
Hamburg, hatte sich nach kurzer Nachtruhe auch eingefunden. Nach dem Frühstück
mein guter Rat, doch fix wieder in ihr Hotel zum Nachholen von Schlaf sich
wieder hinzulegen. Das tat sie dann auch. Außer meiner allerbesten Freundin
fand sich auch unsere „Hütchen“-Dame mit ihrem Häkelhütchen ein. Darüber freute
ich mich sehr. Auch sie kannte meine Freundin aus einer Zeit vor mehreren
Jahren – Hurghada ist halt doch ein
Nest!! – Nach dem Frühstück zogen wir uns an den Hotelpool hinter dem Restaurant zurück,
plantschten einige Male im Wasser herum… und irgendwann hatten wir wieder
Appetit! Also fix was übergeworfen und wieder 10 m weiter ins Restaurant. Ein
opulentes Mittagessen folgte für uns drei. Leider war’s für mich damit noch
nicht beendet. Zur Gaudi einiger Mit-Gäste gab’s für mich danach noch einen
Eiskaffee (mit Sahne) und – um den Magen noch mehr zu strapazieren – frischen
Pflaumenkuchen mit Sahne und Kaffee zu. Das war vor ca. 4 Stunden. Jetzt am Abend beim Schreiben habe ich noch
immer Magendrücken – kein Wunder bei diesen Tausenden von Kalorien, die ich
heute so in mich hineingestapelt, nee, gestopft habe… nur Wasser gibt es jetzt
noch bzw. später noch einen Tee. Was haben wir gelacht heute Nachmittag. Auch
einige Tränen gab es bei mir. Doch meine lieben Menschen um mich herum
erleichterten mir gegen Abend den Abschied. – Meine „Hütchen“-Dame vergackerte
MICH etliche Male…. Sie hatte vormittags im Nachtkästchen im Hotel eine
Kakerlake gefunden…. erzählte sie. Meine Freundin und ich wollten wissen, was
sie damit gemacht hätte. WIR dachten, naja, sie wird sie „entfernt“ haben. Nee,
bierernst meinte, sie könnte dem Tierlein nichts zuleide tun, sie sei
Buddhistin… und fixierte mich mit ihrem Blick, um meine Reaktion mitzubekommen.
Meine Antwort, dass ich absolut nix gegen Buddhisten hätte. Danach begann sie,
mich anzugrinsen. Neee, war nur Spaß… DIESE Sache mit der „buddhistischen
Kakerlake“ werde ich nicht vergessen. Es gelang ihr später noch einige Male,
mich so richtig im Spaß vorzuführen. Und ich Dumpfbäckchen fiel auch jedes Mal
prompt rein.
Nun gingen auch
diese Stunden zu Ende. Es war ein schöner Abschiedstag – nichts Spektakuläres,
nichts Aufregendes. Einfach nur Zusammensein mit einigen wenigen guten
Freunden, die ich nicht vergesse und die mich – garantiert! – auch nicht aus
den Augen verlieren werden.
Das war es für
diesmal! Tja, diesmal gab es keine außergewöhnlichen Dinge, doch in Summa viele
kleine Dinge, die diese 3 Wochen zu einem schönen Urlaub – einer Auszeit –
machten. Kann sein, dass ich später über Abflugtag und Weiteres berichte. Jetzt
ist erst mal Ende im Gelände.
Nee, noch nicht
ganz!
Montag, 15.
September 2014 – Abreisetag bzw. –abend
Der letzte
Vormittag in meinem Apartment verlief unspektakulär…. einschließlich der
Kofferpackerei, nebenbei noch eine große Tüte mit „Hinterlassenschaften“ für
meine Freundin – aus dem Kühlschrank, alles, was in Bad nur noch halbleer –
oder halbvoll? – vorhanden war usw.
Für 14.00 Uhr
hatte ich mit meiner Vermieterin die Schlüsselrückgabe vereinbart. Pünktlich
auf die Minute kam sie – diesmal kam auch ihr Mann mit. Ein sehr nettes,
sympathisches Ehepaar, wo ich auch zukünftig gern wohnen werde. – Kurz danach
erschien meine Freundin, um mich abzuholen. Auch sie lernte die beiden kurz
kennen. Danach Aufbruch. Meine Vermieter hatten uns noch etwas Zeit gelassen –
wir zogen die Tür nur hinter uns zu.
Für mich war es
klar, dass wir die restlichen Stunden in der Wohnung meiner Freundin
verbringen. Nee, falsch gedacht, zuerst fuhren wir nochmals rein nach Dahar, um
uns auf die Suche nach einigen hübschen Schals zu machen. Diese wollte ich
weiter verschenken… auch an meine „Kurz-Nachtasyl-Gastgeberin“ in Berlin bzw.
für meine Nachbarin in Bad Harzburg, die immer so wacker und gut auf meine
Behausung Acht gibt. – Wir wurden fündig in einem kleinen Laden, der von zwei
jungen Einheimischen geführt. Hier kaufen auch die Hurghadianer – und das war
mir sehr recht!
Danach kurvte
meine Freundin in eine andere Richtung – nein, nicht in die ihrer Wohnung. Wir
landeten zum Abschied …. wieder im dt. Restaurant. Ich freute mich natürlich, dass wir so
nochmals gute Bekannte aus den letzten 3 Wochen vorfanden. Und schwupps, hatte
ich wieder Appetit. So bestellten wir uns zwei ein verspätetes Mittagessen.
Auch diesmal schmeckte es uns gut, wie üblich! – Auch den von der Chefin
genannten, täglich frisch gebackenen Pflaumenkuchen KONNTEN wir nicht vorbei
gehen lassen. Also Kaffeegedecke hinterher bestellt. So lief die Zeit mit
Geschichtchen und Erzählungen, Rumratschen einfach schnell vorbei. Kurz nach
17.30 h dann endgültig Tschüs gesagt – und ab in Richtung Flughafen. Meine
Freundin fährt seit Jahrzehnten in Ägypten bzw. HRG Auto. SIE fährt teils
„ägyptischer“ als ihr Mann! Nein, nicht zu unvorsichtig, doch jede Lücke in den
endlosen 4er- und 5er-Autoschlangen in einer Richtung nutzend… wenn ich mal ‚nen
Führerschein in D. gemacht hätte, wären die Straßenbehörden in HRG gut beraten,
nur noch Gummibäume rechts und links anzupflanzen…. ! – Ab in die Airport Road
– rechts zum Flughafen rein – und schon stand ich mit Koffer & Co. vor dem
Abfluggebäude. Kurzabschied. Längeres Parken davor ist nicht erlaubt, und so
stiefelte ich schnell ins klimatisierte Gebäude. Danach den üblichen
„Schlangenkurs“ bis zur 1. Sicherheitsabfertigung. Ich durfte sogar meine Wasserflasche
behalten, obwohl auf den Stühlen davor viele Wasserflaschen lagen, die
normalerweise abgegeben werden müssen, hatte Glück!
Dann gleich zum
Abfertigungsschalter – wieder fand sich um mich ein kleines Grüppchen, nette
Paare, die in Hotels Urlaub gemacht hatten, und ein Kiter, der mit seinem
Riesen-Kite hinter mir stand und aus El Gouna per SUV gebracht worden. Dieses
Riesenvehikel hatte auf der Zufahrt zum Flughafen direkt vor uns gestanden. –
Am Schalter diesmal Platz 4D, super, so schön weit vorn.
Pünktlich
gingen wir an Bord – auch diesmal war der große Airbus A-321-200 bis auf die
allerersten Reihen voll. Eine einzige Dame hatte es sich in der 1. Reihe mit
„Condor Premium Econcomy“ bequem gemacht – Extra-Getränke – Extra-Menü –
Extra-Zeitungen, kurz: alles extra. Alle anderen waren „nur“ Economy-Fluggäste.
Nachdem alle an Bord waren, fragten einige, ob sie sich nach vorn in die freien
Reihen dürften – ja! So landete ich auf der anderen Seite in Reihe 1 – Sitz A,
also diesmal am Fenster. DAS mache ich sonst nie, da ich immer am Gang sitze.
Trotzdem war der Abendstart in Dunkelheit wunderschön – nochmals die hell
beleuchtete Küste mit den vielen Hotels zu sehen, dieser große orangefarbene
Klecks am Roten Meer – Hurghada und die übrigen Ortsteile… Der Flug verging
sprichwörtlich wie im Fluge. Wir flogen die kurze Strecke über die Türkei –
sahen Antalya und die Bucht dort von oben, es war absolut klares Wetter in
einer Reisehöhe von knapp 11.000 m. Wunderschön!
Kurz vor
Mitternacht erreichten wir Berlin-Schönefeld. Ab 00.00 Uhr bis 05.00 Uhr
morgens wird der Flughafen geschlossen. Wir waren buchstäblich die Letzten!
Ausstieg am hinteren D-Gebäude…. ohne Bus, da fast direkt an der Abfertigung
bzw. der Ankunft. Hier wurden wir von einer recht resoluten Dame von
GroundGlobe, dem Sicherheitsdienst in Schönefeld, erwartet. Sie marschierte
direkt vor mir – ich war zuerst ausgestiegen – ziemlich stramm und schnell auf
einem blau markierten Fußweg um das gesamte Gebäude herum. Vorn schloss sie
dann eine Tür auf – zwei müde Passbeamte ließen uns im Schnelldurchlauf – nach
kurzer Passansicht – in Richtung einer Halle mit zwei Kofferbändern. Sie
schloss dann hinter uns wieder die Tür zu. Wir saßen und standen herum und nach
über 30 Min. kamen die ersten Koffer. Dann noch vorbei an einem müde wirkenden
Beamten durch den „grünen Ausgang“…. Draußen laue Spätsommerluft, und so
rollerte ich dann meinem Abholer, einem Freund, entgegen, der jetzt im
äußersten Südosten von Berlin wohnte. Nach 2 Anrufen fanden wir uns – er nahm
mir alles ab und konnte mich bequem platzieren…
Über eine
Stunde fuhren wir nachts durch das nächtliche, hier schon fast
kleinstädtisch-dörflich wirkende Berlin – alles grün, so viele Häuser, jeweils
mit vielen Bäumen, Büschen und Blumenbeeten bepflanzt. Bei ihm zuhause
angekommen, war es mittlerweise knapp 01.30 Uhr. Koffer blieb im Wagen,
Kleingepäck reichte für kurze Nachtruhe. Im 5. Stock – ohne Fahrstuhl – endeten
meine Kräfte. Müde nahm ich dankbar ein bezogenes Bett im Wohnzimmer, Hinweis
auf Bad und anderes wahr. Dann schlossen meine beide ihre Schlafzimmer-, ich
die Wohnzimmertür… und konnte sogar schlafen, absolut ruhig diese Wohngegend.
Morgens kurz
vor 07.00 h kurze Katzenwäsche – danach tauchte der Hausherr auf, und wir zwei
hatten sogar Zeit für ein kurzes Frühstück. Gegen 07.45 Uhr dann die vom
Google-Navigator super berechnete Fahrt von der Wohnung quer durch Berlin. Ich
genoss diese komplette „Stadtrundfahrt“ durch einen Großteil von Berlin von
Südost nach Südwest – durch Berlin Mitte – Staatsoper – Museumsinsel –
Regierungsviertel – Tiergarten mit Siegessäule
u.v.m. – Für die Berliner/innen unter meinen Freunden sind dies bekannte
Fixpunkte. Auch für mich, in Berlin habe ich zumeist die Sommer- bzw.
Herbstferien mit und ohne Eltern bei Verwandten erlebt. Berlin ist und bleibt
für mich die Lieblingsstadt in Deutschland.
Um 09.30 Uhr
dann pünktlichst Busabfahrt über Magdeburg – Aschersleben – Quedlinburg und
zuletzt Halt in Wernigerode. Der Bus war schnell, pünktlich, sauber – nur zu
ca. einem Drittel besetzt. Die gesamte Reisezeit – knapp 4 Stunden – hatte ich
Sonne und blassblauen Spätsommerhimmel. Ich genoss dieses gleichmäßige Gleiten
durch die verschiedenen Landschaften. DAS hatte mir nach 3 Wochen Sonne und
Meer gefehlt. Etwas weniger Wärme, nicht kalt, jedoch jahreszeitlich passend.
Um 13.30 Uhr stand ich in Bad Harzburg am Haltepunkt – 5 Min. als lt. Fahrplan. – Meine Freundin hatte mich von
der Straßenseite gegenüber gesehen. Ich habe mich sehr gefreut, meine Nachbarin
und Freundin wiederzusehen. Koffer & Co. ins Auto, und nach 2 Minuten
Fahrtzeit Ankunft zuhause. Wie immer alles dank ihr in Ordnung. Die Sonne blieb
den Nachmittag über. Ausräumen – Koffer in Keller, schon sah die Wohnung wie
vorher aus.
Hiermit enden
nun meine Notizen für diese 3 Wochen. Nichts Aufregendes, doch neue Eindrücke,
ein schöner Urlaub. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!
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